Eisbären Berlin : Zu müde für die Meisterschaft?

Im zweiten Finalduell gegen Mannheim zeigte sich bei den Eisbären ein Substanzverlust. Selbst Trainer Don Jackson konnte sich nicht erklären, warum seinem Team die Kraft fehlte.

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Schneller und wacher. Die Eisbären um Sven Felski (r.) kamen im zweiten Finalspiel in Mannheim häufig einen Schritt zu spät.
Schneller und wacher. Die Eisbären um Sven Felski (r.) kamen im zweiten Finalspiel in Mannheim häufig einen Schritt zu spät.Foto: dapd

Der Abschied aus Mannheim fiel für die Eisbären unfreundlich aus. „Seht ihr Berliner, es geht auch ohne Pappklatschen“, trötete der Hallensprecher – mitten in die Feier der Mannheimer Fans. Die Eisbären hatten das zweite Finalspiel um die deutsche Eishockeymeisterschaft 1:4 verloren, nachdem sie zum Auftakt der Serie die Adler Mannheim 2:0 besiegt hatten und auf geradem Wege zum sechsten Titel zu sein schienen. Nun sind sie immer noch zwei Erfolge weit davon entfernt.

Zwar war der Auftakterfolg in der Serie – wie in der Arena am Ostbahnhof üblich – vom Klatschpappen-Konzert des Berliner Publikums begleitet worden, aber wie eine Klatschpappen-Truppe hatten sich die Eisbären da nicht präsentiert. Von ihrem geradlinigen Spiel war allerdings drei Tage später wenig übrig. Gut begonnen, schließlich ein „trauriges letztes Drittel“ gespielt, befand Trainer Don Jackson: „Uns hat die Kraft gefehlt. Warum das so war, weiß ich auch nicht.“

Es gibt Erklärungen für den Substanzverlust bei den Berlinern. Das Fehlen zwei ihrer besten Stürmer Stefan Ustorf und André Rankel macht sich bemerkbar. Mit der Last, Torgefahr zu verbreiten, kam in Mannheim nur Torschütze Barry Tallackson zurecht. Im eigenen Drittel waren sie in der Berliner Abwehr oft zu weit vom Gegenspieler entfernt. Verteidiger Jens Baxmann, bei zwei Gegentoren auf dem Eis, sagte: „Wir müssen anerkennen, dass Mannheim besser war als wir.“

Vielleicht müssen die Eisbären auch anerkennen, dass in Mannheim ein Konkurrent herangewachsen ist, der ihnen den Titel streitig machen kann. In den jüngsten Jahren haben die Berliner ihre im Saisonrhythmus wechselnden Finalgegner aus Köln, Düsseldorf oder Wolfsburg sicher besiegt, weggeklickt wie lästige Pop-up-Fenster im Internet. Mit den Adlern könnten sie jetzt ihren Meister gefunden haben, obwohl in der Serie noch etwas für Berlin spricht: Routine und das Wissen, selten zweimal hintereinander so hilflos gespielt zu haben wie am Mittwoch. Und, die Eisbären haben heute (19.30 Uhr, live auf Sky) Heimvorteil. Den hätten sie am Dienstag in einem möglichen fünften Spiel. Garantiert begleitet von Klatschpappen. Oder Pappklatschen, wie der Mannheimer sagen würde.

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