Eisbären verlieren gegen Köln : Feuerwerk zur Niederlage

Die Eisbären unterliegen den Kölner Haien zu Hause 4:5, feiern aber trotzdem mit ihren Fans in der ausverkauften O2-World ein erfolgreiches Jahr.

Claus Vetter

Das Jahr endete für die Eisbären mit einem riesigen Feuerwerk. Bereits einen Tag früher als gemeinhin vorgesehen explodierten vor der neuen Arena in Friedrichshain-Kreuzberg die Feuerwerkskörper. Es gab ja auch etwas zu Feiern nach dem letzten Spiel der Berliner vor Sylvester - trotz einer Niederlage der Eisbären in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Etwas überraschend verloren die Berliner gestern 4:5 (2:2, 1:3, 1:0) gegen die Kölner Haie, doch trotz des unrühmlichen Abschlusses haben die Berliner das erfolgreichste Jahr in der Geschichte der Eisbären hinter sich. Die Berliner wurden im April zum dritten Mal deutscher Eishockeymeister und traten außerdem den Beweis an, dass sie in Berlin mehr sind als ein Kiezklub.

Der Umzug vom Wellblechpalast in Hohenschönhausen in die neue Arena hat sich gelohnt für die Eisbären. Nach Hertha BSC haben sie in Berlin inzwischen die meisten Zuschauer, knapp 14.000 im Schnitt nach 16 Heimspielen in der DEL. Am Dienstag verfolgten sogar 14.200 Besucher in der ausverkauften O2-World das Spiel gegen die Kölner Haie.

Die Fans sehen kein gutes Spiel, aber viele Tore

Die Fans sahen zwar kein gutes Spiel, aber zumindest viele Tore. Es lag wohl daran, dass sich die Teams auf ein Spiel ohne defensive Zwänge geeinigt zu haben schienen. Angesichts der Schludereien in den Verteidigungsreihen beider Mannschaften war es kaum zu glauben, dass sich beide Gegner im April noch eine spannende Finalserie um die Deutsche Meisterschaft geliefert hatten.

Die Kölner Haie verkauften sich für ihre momentane Situation allerdings recht passabel. Als Tabellenvierzehnter waren sie nach Berlin gekommen und mussten dazu noch auf etliche Stammspieler verzichten. Eigentlich durfte man nicht allzu viel von ihnen erwarten. Trotzdem legten sie mit ihrer Konterstärke schon im ersten Drittel mit Toren von Igor Dmitrijew und Sören Sturm zwei Mal vor. Die Eisbären konnten da allerdings durch Stefan Ustorf und Constantin Braun noch jeweils ausgleichen.

Die Berliner agierten jedoch nicht mit der Souveränität eines Tabellenzweiten, das sah auch ihr Verteidiger Deron Quint nach dem ersten Abschnitt so. „Wir hatten einige Puckverluste in der neutralen Zone, dadurch hatte Köln zu viele Chancen zum Kontern.“ Viel zu viele gute Chancen hatten sie, die Haie. Eine davon verwertete Kamel Piros zum 3:2 für die Kölner. Steve Walker glich für die Eisbären zwar noch einmal aus, doch dann brach es über die Berliner herein: Der unglaublich agile und schnelle Kölner Stürmer Philip Gogulla traf gleich zwei Mal. Fünf Gegentore hatten die Eisbären schon nach zwei Drittel kassiert, mehr als in jedem anderen Spiel zuvor in der neuen Halle.

Im lezten Drittel kommen die Eisbären noch mal zurück

Doch was hieß das schon gegen die Haie? Zuletzt hatten die Kölner am Sonntag in eigener Halle im Schlussdrittel eine 3:1-Führung gegen den EHC Straubing verspielt und noch 3:4 verloren. Da waren neutrale Beobachter überrascht und Kölner Fans fassungslos. „Unseren Spielern schlottern vor dem letzten Drittel immer die Knie“, hatte Manager Rodion Pauels damals festgestellt.

Auch am Dienstag schienen die Haie Angst vor dem Gewinnen zu haben. Denis Pederson gelang gegen die immer müder werdenden Rheinländer das 4:5, was ein mittelschweres Wunder war. Denn zuvor hatte Berlins Trainer Don Jackson lange mit düsterer Miene verfolgt, wie sich seine Spieler ideenlos durch das Powerplay gequält hatten. Viel mehr fiel den Eisbären nach dem Treffer durch Pederson auch nicht mehr ein, so dass die Haie schließlich zu einem glücklichen Sieg kamen.

Ausgerechnet das letzte Heimspiel des Jahres war eines der schlechtesten der Eisbären. Das gute Gesamtbild trübte das aber nicht, der ausgelassenen Stimmung in und später vor der Halle tat es am Dienstag keinen Abbruch. Ein Feuerwerk gab es ja trotz der Niederlage – nach einem insgesamt gelungenen Jahr für die Eisbären.

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