Eishockey : Antwort auf Duisburg

Die Eisbären Berlin verarbeiten mit einem klaren Sieg in Mannheim ihre Krise und haben nun eine Woche Pause.

Sebastian Schlichting,Claus Vetter

Der Eishockeyfan ist ein ungeduldiges Wesen. Dass der Anhänger im Sport bei dauerhaftem Misserfolg seinem Unmut Luft macht, ist normal. Aber so ist es eben bei zwei Spitzenteams der Deutschen Eishockey-Liga nicht. Am Freitag fand in Mannheim das Spiel zwischen Tabellendrittem und Tabellenzweitem statt: Der Dritte, Adler Mannheim, musste dabei ohne Unterstützung seiner Anhänger auskommen. Die Fans waren sauer, nach zwei Heimniederlagen ihrer Lieblinge. Über 13 000 Mannheimer Fans schwiegen ein Drittel lang – nur die 500 Anhänger der Eisbären waren zu hören. Mal wieder, denn sie hatten ihren Protest ja schon hinter sich. Am Dienstag nach dem 2:4 gegen Duisburg hatten sie ihr Team mit Pfiffen verabschiedet.

Die Stille von Mannheim kam den Eisbären entgegen. Sie kamen zu einem erstaunlichen 7:2-Erfolg, bei dem sie die Adler am Ende mit großartigem Kombinationseishockey zu hilflosen Zuschauern degradierten. Es war der höchste Sieg der Berliner bei einem Spiel in Mannheim überhaupt. Die Mannheimer Profis waren völlig verunsichert von den Protesten der eigenen Fans. Im Stehplatzblock prangte ein Banner mit der Aufschrift: „Wollt ihr oder könnt ihr nicht?“

Die Mannheimer Fans moserten

Zudem wurde Manager Marcus Kuhl per Transparent aufgefordert: „Marcus, lass die Jugend aus dem Zwinger, wir haben keinen Bock auf alte Spinner.“ Es war ein kurioses Schauspiel, an dem nur die Eisbären Freude hatten. Nach dem Spiel dröhnte aus der Berliner Kabine laute Musik und Trainer Don Jackson sagte: „Es macht gute Teams aus, dass sie zurückkommen.“ Manager Peter John Lee fand: „Das war die Antwort auf Duisburg.“

Erst am Freitag geht es für die Berliner mit dem Heimspiel gegen Kassel weiter. Sicher haben sie sich mit dem 7:2 auch wieder die Unterstützung der eigenen Fans verdient – auch wenn Stimmungsschwankungen bei Eishockeyfans kaum berechenbar sind.

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