Eishockey : Die Eisbären schwitzen für die neue Saison

Die Eisbären hatten am Mittwoch ihr erstes gemeinsames Eistraining vor der in vier Wochen beginnenden Saison. Mit dabei war auch Russland-Rückkehrer Derrick Walser.

Katrin Schulze

Derrick Walser wischt sich noch mal über die Stirn. Der Schweiß rinnt jetzt nur so über sein Gesicht, nachdem er sich anderthalb Stunden auf dem Eis verausgabt hat. Klar, ist er erschöpft. Und trotzdem will das breite Lachen in den nächsten Minuten nicht mehr von seinem Gesicht weichen. „Ich war dermaßen aufgeregt, dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte“, sagt er. „Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein. Richtig gut.“ Nach dreijähriger Abwesenheit kehrte der 31 Jahre alte Kanadier am Mittwochmorgen ins Sportforum Hohenschönhausen zurück – zu seinem alten neuen Klub, den Eisbären Berlin, die mit der ersten offiziellen Trainingseinheit in die neue Eishockey-Saison starteten. Wie sich das anfühlt? „Gut“, sagt Walser. Aber auch ein bisschen merkwürdig, schließlich sei er seit Februar gar nicht mehr richtig Schlittschuh gelaufen.

Mit dieser Art der (Nicht-)Vorbereitung steht der Verteidiger unter seinen Kollegen allerdings ziemlich allein da, denn „die meisten von uns haben den Sommer durchtrainiert“, sagt Walsers Teamkollege Stefan Ustorf. Da ist es kein Wunder, dass die Profis am Mittwoch schon eine ganz passable Figur auf dem Eis abgeben. Ihr Trainer Don Jackson hält die Stimmung vor gut 100 Beobachtern zudem mit ein paar lockeren Spielchen hoch, so dass sich immer wieder ein paar flotte Sprüche zwischen die Schüsse mischen. Bis auf Torhüter Rob Zepp, der wegen eines Magen-Darm-Infekts erst heute zum Team stößt und vier U-20-Spielern, hat Jackson alle seine Profis versammelt. „Ich bin überrascht, wie fit meine Spieler sind“, sagt er. „Alle sind mit sehr viel Enthusiasmus dabei, vor allem die Neuen.“

Die Neuen: Das sind neben Walser Abwehrspieler Marvin Degon vom EHC Wolfsburg und die beiden Stürmer Chris Hahn und Travis James Mulock. Nur vier Neuverpflichtungen also – im Gegensatz zu den ausschweifenden Shoppingtouren der Liga-Konkurrenz kann das wohl unter einer konservativen Einkaufspolitik verbucht werden. Zusammen mit den Neuen zieht aber auch ein alter Bekannter seine Kringel im Sportforum: Florian Busch, dessen verweigerte Dopingprobe vom März 2008 immer noch die Gerichte beschäftigt. Die Eisbären selbst überlassen die Angelegenheit den Anwälten und befassen sich lieber mit dem, was sie am besten können. Eishockeyspielen.

Nach den Fitnesstests am Montag und Dienstag wird sich die Mannschaft in den kommenden Tagen vor allem auf Eis- und Konditionstraining fokussieren. Und damit auch auf Rückkehrer Derrick Walser, der nach eigenen Aussagen in diesem Punkt hinter seinen Kollegen zurückliegt. Spätestens bis zum 4. September sollte er den Rückstand aufgeholt haben – dann treten die Eisbären bei den Kassel Huskies an. Nur zwei Tage später folgt das erste Heimspiel. Walser lächelt noch ein bisschen mehr. „Ach ja, neue Arena“, sagt er. „Bisher habe ich sie mir nur im Internet angeschaut, aber ich kann es nicht mehr erwarten, endlich dort aufzulaufen.“

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