Eishockey : Eisbären Berlin verteilen Prügel für die Panther

Die Eisbären sind in der DEL wieder in Schlagdistanz zur Spitze: Die Berliner fegten Vorjahresfinalist Augsburger Panther mit 7:1 vom Eis und machten dabei mit einer überragenden Vorstellung praktisch schon im ersten Drittel alles klar.

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Berlin - Das beschaulich Wohlige war am Freitagabend schnell abgehandelt. Florian Busch und Jens Baxmann haben mehr als 400 Spiele für die Berliner Eisbären absolviert. Händedruck, ein Trikot mit der Nummer 400, freundlicher Applaus von 13.700 Zuschauern. Dann folgte Action, so dicht wie in einem Film. Drei trickreiche Tore und eine handschuhfreie Prügelei im ersten Drittel waren der rasante Auftakt zu einem 7:1 (3:0, 1:0, 3:1)-Sieg der Eisbären über die Augsburger Panther, dem höchsten der Saison.

Dieses Augsburg hatte so wenig von dem Eisbären-Schreck der vergangenen Saison, als die Panther das zuvor überragende Berliner Team stoppten. Das Augsburg vom Freitag war wieder der gern gesehene Gast in der Arena am Ostbahnhof von vor zwei Jahren. Damals durften die Eisbären bei der Eröffnung ihrer Halle ein sensationelles 11:0 feiern. Die Panther stecken nun nach ihrer siebten Niederlage in Folge schwer in der Krise.

Am Freitagabend tankte sich André Rankel schon nach drei Minuten auf der rechten Seite durch und schob die Scheibe gegen die Schoner des Augsburger Torhüters Dennis Endras. Dort liegen geblieben brauchte Stefan Ustorf nur noch einzulupfen. Am 2:0 hielt der starke Rankel ebenfalls mindestens die Hälfte der Anteile. Erneut auf rechts verdutzte er die die Augsburger Verteidiger durch einen Doppelpass mit sich selbst (Schläger, Schlittschuh, Schläger), bevor er die Scheibe von hinter dem Tor auf Mads Christensen zurücklegte. Nach Derrick Walsers Solo stand es fünf Minuten vor der Drittelpause 3:0. Das war dann doch ein bisschen zu viel für die nervlich ohnehin angeschlagenen Panther. Sean O’Connor verschaffte sich mit einem wagemutigen Angriffssprung in die Bank der Eisbären Luft. Es folgte eine große Prügelei, bei der Helme und Handschuhe abgelegt sowie Fausthiebe ausgetauscht wurden. Hernach durften sich die Augsburger O’Connor und Jeffrey Szewez, Berlins Daniel Weiß und Dominik Bielke erst einmal auf der Ersatzbank ausruhen. Tosender Applaus beendete das erste Drittel.

Die wichtigste sportliche Erkenntnis war zunächst der Rollentausch von Rankel und Ustorf. Trainer Don Jackson hatte die beiden zu Beginn dieser Saison ihre Positionen wechseln lassen. Doch Rankel fand sich in der Mitte nie wirklich zurecht, Ustorf wusste auf außen nicht immer zu überzeugen. Seit Ende Dezember nun probiert Jackson es mit der bewährten Formation aus der Vorsaison – und das Zusammenspiel funktioniert wieder wie das kommunizierender Röhren.

Schade nur, dass die Eisbären das zweite Drittel bürokratischer angingen. Verwalten, nicht gestalten - das war ihr Motto. Nach müdem Beginn weckte Frank Hördler die Zuschauer fünf Minuten vor der zweiten Pause, als er die Scheibe quer vor das Tor auf Steve Walker legte, von wo aus der Kanadier einnetzte.

Im letzten Drittel verschaffte Augsburgs Riley Armstrong seinem Team immerhin ein Plätzchen auf der Anzeigetafel, als er einen Penalty verwandelte. TJ Mulock gelang mit einem harten Schlenzer kurz darauf das 5:1 – wieder hatte Rankel vorbereitet. Das 6:1 erzielte Denis Pederson in Überzahl, am Ende schaffte der 20-Jährige Bielke noch sein erstes DEL-Tor. „Dynamo, Dynamo“, riefen die Eisbären-Fans und feierten ihr Team, das nach fünf Siegen aus zuletzt sechs Spielen jetzt in Fahrt kommt.

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