Sport : Eishockey: Polonäse tanzen diesmal die Capitals

Claus Vetter

Den rund 20 angereisten Fans der Revier Löwen war nicht nach Polonäse zumute und das aus einfachen Grund: Der Sieger kam gestern in der Eissporthalle an der Jafféstraße wieder aus Berlin, bereits zum vierten Mal in dieser Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Mit 4:2 (2:0, 2:1, 0:1) bezwangen die Capitals vor 2500 Zuschauern ihre Gäste aus Oberhausen.

Eigentlich ist Stefan Dittmann als Frohnatur bekannt. Unvergessen ist etwa die Episode, als der Manager der Revier Löwen bei einem Heimspiel gegen die Eisbären in der Abstiegsrunde der zurückliegenden Saison die Zuschauer-Polonäse quer durch die Oberhausener Arena anführte und trotz laufenden Spieles auf durchgängige Musikbeschallung bestand. Erst nach dem Protest des Trainers der Gäste - der damalige EHC-Coach Kent Forsberg drohte sein Team in die Kabine zu beordern - blieben die Lautsprecher stumm. Gestern war Dittmann allerdings schon früh nicht nach Feiern zumute, missmutig schlich der Manager aus Oberhausen in der ersten Pause durch die Katakomben der Eissporthalle, mit einer Miene, die Bände sprach: "Das wird heute nichts."

Wurde es auch nicht für die Gäste, die dank etlicher Zugänge im Vergleich zur Vorsaison zwar von der Spielkultur zu überzeugen wussten, vor dem Tor der Capitals allerdings nur im letzten Drittel für Schrecken sorgten. Ganz anders ging es da bei den Gastgebern zur Sache, die erwiesen sich im Drittel der Revier Löwen als äußerst effizient. Allen voran stand Martin Ulrich. Der Österreicher bereitete allein drei Tore auf sehenswerte Weise vor. Fraser, Guillet, Corriveau waren die Nutznießer der Vorlagen von Ulrich, den weiteren Treffer für die Berliner erzielte Sjögren. Für die Gäste - die übrigens als einziges Team in der DEL keinen Nordamerikaner in ihren Reihen haben - waren Damgaard und Arvaja erfolgreich.

Abgesehen von dem Umstand, dass bei den Capitals - wie schon gegen Augsburg und gegen Mannheim - im letzten Drittel die Konzentration überraschend stark nachließ und man sich zu sehr auf Torwart Andrej Mezin verließ, konnte sich die gestrige Leistung der Berliner wieder einmal sehen lassen. Belohnt wurde sie im Übrigen auch in der Tabelle: Seit Dienstag sind die Capitals Dritter hinter den Nürnberg Ice Tigers und Adler Mannheim .

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