Eishockey : Rekordsieg bei Galaauftritt der Eisbären

Der Berliner Tabellenführer deklassierte Ingolstadt bei ihrem höchsten Sieg seit Februar 1999. Nach einem frühen Gegentreffer fühlten sich die Eisbären provoziert - und schlugen zurück.

Claus Vetter

BerlinDer gestrige Arbeitstag war für Jimmy Waite schon nach einem Drittel beendet. Mit einem lauten Knall schlug der Torhüter des ERC Ingolstadt in der ersten Pause des Spieles bei den Eisbären die Kabinentür der Gäste hinter sich zu. Bis dahin hatten die Berliner schon viermal den Puck in sein Tor geschlagen. Waites Trainer Ron Kennedy wechselte ihn danach aus. Viel zu stark und spielfreudig präsentierte sich der Tabellenerste der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) für den Achten. Auch der für Waite eingewechselte Torhüter Sebastian Vogl hatte keinen Spaß: Die Eisbären kamen schließlich vor 5000 Zuschauern im ausverkauften Sportforum mit 10:3 (4:1, 2:2, 4:0) zu ihrem höchsten Sieg seit neun Jahren.

Genau genommen dauerte der gestrige Einsatz von Waite 21 Spielminuten, denn Schiedsrichter Roland Aumüller aus Ottobrunn ließ ein Anfangsdrittel mit Überlänge spielen: In der 4. Minute hatte Aumüller ein Tor durch Vince Bellissimo nicht gesehen, erst eine Minute später unterbrach er nach Ingolstädter Protesten das Spiel. Nach der Videoaufzeichnung entschied Aumüller auf Tor – und ließ die Uhr zurückdrehen. Die Eisbären fühlten sich nach dem frühen Gegentreffer provoziert, ihr Verteidiger Tobias Draxinger sagte: „Das Ingolstädter Tor war der Weckruf für uns.“

Zwei exzellente Berliner Überzahlspiele später stand es 2:1 für die Eisbären, Steve Walker und Denis Pederson waren die Torschützen. Deron Quint erzielte das 3:1, Alexander Weiß mit einem geschickt angetäuschten Schuss das 4:1 für die Berliner. Obwohl damit alles entschieden war, wurde es danach sehr unterhaltsam. Brandon Smith und Mark Beaufait trafen für die Eisbären im Mittelabschnitt, Greg Leeb verschönte das Ergebnis mit zwei Toren aus Ingolstädter Sicht zwischenzeitlich. Doch im Schlussabschnitt wurde es peinlich für die überforderten Bayern: Christoph Gawlik traf zum 7:3, Beaufait zum 8:3 und Quint zum 9:3. Nathan Robinson sorgte mit seinem Tor für den 10:3-Endstand – die Zuschauer belohnten die mitreißende Vorstellung der Berliner lange vor der Schlusssirene mit stehenden Ovationen.

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