Eishockey-WM : Deutschland holt Punkt gegen Finnland

Ordentlicher Auftakt für die Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM in Helsinki: Beim 3:4 nach Verlängerung gegen Finnland verschenken die Deutschen zwar kurz vor Schluss eine 3:2-Führung, holen aber durch das Erreichen der Verlängerung einen wichtigen Punkt im ersten Gruppenspiel.

Enges Spiel. André Rankel (r.) vor dem finnischen Tor.
Enges Spiel. André Rankel (r.) vor dem finnischen Tor.Foto: dpa

Dieser erste Auftritt macht Mut: Deutschland hat bei der Eishockey-Weltmeisterschaft ein mitreißendes Auftaktspiel gegen Finnland verloren, den Gastgebern aber lange Paroli geboten. Beim 3:4 (0:1, 1:1, 2:1/0:1) nach Verlängerung in Helsinki fehlten der Nationalmannschaft von Pat Cortina am Freitag nur wenige Minuten zum Coup gegen die etwas glücklicheren Hausherren und letztlich mussten sich die Deutschen mit einem Punkt begnügen. Nach dem Kraftakt darf sich die Truppe vor den anstehenden Partien gegen Russland und die Slowakei aber berechtigte Hoffnungen auf einen Erfolg machen.

Im ersten Pflichtspiel nach dem Debakel in der Olympia-Qualifikation waren die Tore von Felix Schütz (31. Minute), Christian Ehrhoff (43.) und Torsten Ankert (57.) zu wenig. Die Finnen feierten dank der Treffer von Petri Kontiola (11./59.), Janne Pesonen (40.) und Sakari Salminen in der Verlängerung einen glücklichen Heimsieg.

NHL-Star Ehrhoff, den Cortina zum WM-Kapitän gemacht hatte, erwischte vor 12.115 Zuschauern in der Hartwall Arena eine recht gute Partie. Als Ehrhoff auf der Strafbank saß, gingen die Hausherren allerdings durch ein cleveres Tor glücklich in Führung - die Strafe gegen den Verteidiger der Buffalo Sabres wegen Spielverzögerung war allerdings eine Fehlentscheidung der Schiedsrichter.

Den Angriffen der schnellen Suomis hielten die Deutschen einen beherzten Kampf in der Abwehr entgegen, dazu zeigt der Berliner Schlussmann Rob Zepp starke Reflexe. Vorne ließen die Mannen von Coach Cortina ihre wenigen, dafür sehr guten Chancen lange ungenutzt: WM-Neuling Marcel Noebels scheiterte bei einem Abpraller am finnischen Schlussmann Joni Ortio (13.), einen Versuch von Schütz lenkt der Torwart an den Pfosten (14.).

Die größte Gelegenheit im ersten Drittel vergab Marcel Goc, als er freistehend nach einem feinen Pass von Frank Hördler das leere Tor verfehlte (15.). Im zweiten Durchgang machte der Stürmer vom NHL-Klub Florida Panthers seinen Fehler wett, als er den Kölner Schütz vor dem Tor fand und dieser mit einer frechen Finte zum Ausgleich traf. Plötzlich wurde es ruhig in der Hartwall Arena, zumal das 1:1 nicht dem Spielverlauf entsprach.

Die Finnen drangen durch ihre spielerische Überlegenheit immer wieder schnell in die deutsche Hälfte ein. Zu allem Überfluss machten sich die Schützlingen von Bundestrainer Cortina durch viele Strafzeiten das Leben schwer. Als Patrick Hager kurz vor der zweiten Pause für zwei Minuten vom Eis musste, traf Hietanen zum 2:1. Im Schlussabschnitt zeigte Ehrhoff dann doch seine Klasse, als er nach einem Bully-Gewinn mit einem Kracher zum 2:2 traf. Dann wurde es dramatisch, das erste Länderspieltor des Kölners Ankert hätte fast die große Überraschung bedeutet. Doch die Finnen schlugen zurück.

Christian Ehrhoff sagte nach dem Spiel: "Betrachtet man den Spielverlauf, ist der verpasste Sieg natürlich ein bisschen schade, aber einen Punkt nehmen wir mit. Auf diese Leistung können wir aufbauen. Gegen Russland müssen wir nun unsere Fehlerquote geringer halten und uns verbessern." Am Sonntag spielen die Deutschen im zweiten Gruppenspiel gegen den aktuellen Weltmeister.

Einen ersten Dämpfer im hohen Norden hatte unterdessen Coach Cortina vor dem ersten Bully kassiert, als er ein Interview von Verbandschef Uwe Harnos las. Der DEB-Präsident hatte der „Süddeutschen Zeitung“ in Bezug auf den Doppel-Job Cortinas gesagt: „Möglicherweise muss man diese Doppelfunktion Sportdirektor und Bundestrainer hinterfragen. Ein Sportdirektor muss langfristig arbeiten, Konzepte entwickeln. Ein Bundestrainer ist erfolgsabhängig, um nicht in die Kritik zu geraten. Darüber muss man nachdenken.“ Vertrauen klingt anders. (dpa)

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