Update

Eishockey-WM im Cafe Rizz : Mehr als ein Spiel

Das Café Rizz zeigt allen möglichen Sport. Bei der Eishockey-WM kommen viele Gäste - nicht nur aus Deutschland.

Steve Reutter
Viele Eishockey Fans haben den Weg ins Café gefunden
Viele Eishockey Fans haben den Weg ins Café gefundenFoto: Promo

Es ist 20.15 Uhr. Noch ist wenig los im Café Rizz. Das WM-Viertelfinalspiel der deutschen Eishockeynationalmannschaft beginnt. Das Spiel auf einer großen Leinwand in der Kreuzberger Kneipe. Es bleibt erst mal ruhig, bis dann der deutsche Torwart Philipp Grubauer seine erste große Parade macht. Im Laufe des ersten Drittels wird es voller. Nun fiebern die Besucher mit, bei kleinen Keilereien und es wird gefachsimpelt unter den Eishockeyfans. Einige von ihnen tragen Trikots der Berliner Eisbären, andere Trikots der Nationalmannschaft.

Nach dem ersten Tor der Kanadier wird es ruhig, der einzige Kanadier in der Kneipe springt auf und jubelt. Die Stimmung bleibt eher gedrückt, Kanada erhöht auf 2:0. Doch als Yannic Seidenberg dann den Anschlusstreffer erzielt, springen alle auf. Jubel. Hoffnung, das volle Rizz, nun ist selbst am Tresen kein Platz mehr, tobt. Jetzt geht was, da sind sich alle einig - doch es bleibt beim 2:1 für Kanada. Die Zuschauer sind ruhig, bleiben aber und diskutieren über das Spiel. Tenor: Gutes Spiel der Deutschen, gut gekämpft, aber es hat eben nicht erreicht.

Der Wunsch von Thorsten McCarthy hat sich also nicht erfüllt. „Ich tippe auf ein 3:3. Ich würde mir wünschen, dass sie in der Overtime ein Tor schießen“, hat er vor dem Spiel gesagt. Mit "sie" meint er die deutsche Eishockeynationalmannschaft, deren Spiele bei der heimischen WM er alle geschaut hat. Zum Viertelfinale am Donnerstag gegen Kanada ist Thorsten McCarthy extra ins Café Rizz gekommen, was eigentlich gar kein Café ist.

Die Gaststätte innerhalb des Graefekizes in Kreuzberg zeigt sämtliche Sportarten: Von Rugby über die MotoGP bis hin zur Dart-Weltmeisterschaft. „Vor allem aber zeigen wir Berliner Sport unheimlich gerne“, sagt Birgit Huster, die Geschäftsführerin des Rizz.

Die Saisons der Berliner Füchse und der BR Volleys sind hier ebenso Pflicht, wie die Spiele von Hertha BSC und dem 1. FC Union Berlin. „Wir sind gar nichts bestimmtes“, sagt Huster. Das „Café“ vor Rizz stehe auch nur dort, weil es die Domäne für das blanke Rizz nicht mehr gab, „aber das „Café“ kann man weglassen“, sagt Huster. „Wir sind sowohl ein Café, als auch ein Restaurant und eine Bar.“

Und die sportlichen Highlights locken nicht nur Stammgäste an, regelmäßig verirren sich Touristen ins Rizz um auch ihren Heimatsport sehen zu können. Zur Eishockey-WM kommen zum Beispiel regelmäßig Finnen gekommen, die ihrem Team zugejubelt haben. .„Die Gäste mögen, dass wir so uneindeutig sind“, sagt Huster.

So geht es auch Thorsten McCarthy. Er hält zur deutschen Mannschaft, die sich nach einer starken Turnierleistung mit 1:2 im Viertelfinale gegen Kanada geschlagen gibt. „Die individuelle Klasse ist einfach nicht so hoch“, sagt McCarthy anschließend. Einer seiner Freunde, der einzige Kanadier in der Runde, hatte mehr Grund zur Freude. Dennoch ist McCarthy Stolz auf die Leistung der Deutschen. „Sie haben gut gekämpft“, sagt er.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben