Sport : EISKUNSTLAUF-MEISTERSCHAFTEN: Eine 16jährige lernt dreifach

ERNST PODESWA

OBERSTDORF ."Es ist mein Traum, daß wir bis 2002 einmal alle fünf Titel gewinnen." Nun, dieser Wunsch von Reinhard E.Ketterer, Berlins Bundesstützpunktleiter und Landestrainer Eisschnnellauf, dürfte von heute bis Sonntag bei den Deutschen Meisterschaften in Oberstdorf kaum erfüllt werden.Aber viermal könnten Berlins Eiskunstlaufbeste durchaus wieder auf dem höchsten Treppchen landen.Das gab es schon einmal, im Dezember 1997 im Weddinger Erika-Heß-Stadion, als die Titelträger des Jahres 1998 ermittelt wurden.Und drei der damals mit der Meisterwürde Versehenen sind bei den Entscheidungen morgen und am Sonntag so haushoch favorisiert, daß bei normalem Verlauf Rang eins für sie gebucht sein dürfte.Peggy Schwarz und Mirko Müller haben als WM-Dritte bei den Paaren den Anschluß an die Weltspitze vollzogen.Auf dem Weg dahin befinden sich ihre Klubkollegen vom SC Berlin, Kati Winkler und René Lohse, die ihre Fortschritte im Eistanz mit den Rängen drei und vier bei den Grand-Prix-Wettbewerben in Gelsenkirchen und Sapporo unterstrichen.Und auch bei den Formationen, der jüngsten Meisterschaftsdisziplin, sollte das Team Berlin 1 am Ende ganz vorne sein.Es wäre der vierte Triumph in Folge.

Das überraschendste Meisterstück vor 13 Monaten hatte aus Berliner Sicht Sven Meyer vom Berliner TSC abgeliefert.Zu deutlich hatte damals der Stuttgarter Andrej Vlascenko im Kurzprogramm gepatzt, während der heute 21 Jahre alte Schützling von Trainerin Viola Striegler all seine Trümpfe überzeugend aufs Eis gebracht hatte."Der Verlauf des Kurzprogramms wird wieder ganz entscheidend für den Kampf um den Titel sein", sagt Meyers Trainerin."Das Zeug zum Sieg hat Sven.Aber er darf sich keine Fehler erlauben, denn Vlascenko als international bekannterer Läufer hat natürlich einen Bonus bei den Preisrichtern."

Darum muß und will Meyer noch kämpfen."Ich habe das Gefühl, daß ich mit meinen Leistungen näher an ihn herangekommen bin.Und sportlich vielleicht schon mehr zu bieten habe." Im Training probiert er schon zwei Vierfachsprünge: Salchow und Toeloop.Diese Höchstschwierigkeiten fehlten bislang auch Vlascenko fehlten, um international einmal in den Kreis der Medaillenkandidaten vorzudringen.Doch Meyer will sich "zu 50 Prozent" in Oberstdorf am Toeloop vierfach versuchen.Wenn er sich im Training gut fühlt.

Von solchen Drehungen, die noch keine Läuferin der Welt beherrscht, kann Caroline Gülke derzeit noch nicht einmal träumen.Die 16jährige hat seit November, als sie mit einem bemerkenswerten achten Platz von den Junioren-Weltmeisterschaften in Zagreb zurückkehrte, zwei weitere Dreifachsprünge hinzugelernt.Vier will sie bereits in der Kür anbieten."Wir schauen nicht so sehr auf die Plazierung.Sie soll ihr Programm möglichst gelungen laufen, dann kommt die gute Plazierung von allein", sagt Trainerin Silke Heritz.Nur, wenn die Favoritinnen Tanja Szewczenko (Düsseldorf) und Eva-Maria Fitze (München) völlig versagen, kann das Berliner Talent den dritten Rang von 1998 verbessern.

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