Eisschnelllauf : Kramer nicht zu schlagen

Eis-König Sven Kramer hat vier Jahre nach seinem Ausrutscher von Turin endlich den Olymp erobert. Der haushohe Favorit aus den Niederlanden war zum Auftakt der Eisschnelllauf-Wettbewerbe von keinem Gegner zu gefährden.

Über 5000 Meter siegte der Millionär aus Heerenveen am Samstag (Ortszeit) souverän mit Bahnrekord in 6:14,60 Minuten und erkämpfte das 25. Gold bei Winterspielen für das Land der Eisflitzer. Das deutsche Trio mit Patrick Beckert, Marco Weber und Robert Lehmann schlitterte hingegen dem Feld hinterher und legte das schlechteste Ergebnis auf dieser Strecke für die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft seit 46 Jahren hin.

Obwohl der 23 Jahre alte Kramer als erster der Favoriten an den Start im Richmond Oval musste, ließ sich der zwölfmalige Weltmeister nicht beeindrucken und erteilte seinen Rivalen erneut eine Lektion. Damit bleibt das Kraftpaket aus dem Privatteam TVM seit November 2007 auf seinen Spezialstrecken unbesiegt. Zweiter wurde überraschend Seung-Hoon Lee aus Südkorea (6:16,95) vor dem Russen Ivan Skobrew (6:18,05). Während Kramer vor Freude weinte, küsste Skobrew das Eis.

Vor 7600 Zuschauern in der ausverkauften Halle - darunter 4500 lautstarke Oranje-Fans - feierte Kramer das vierte Olympia-Gold der „fliegenden Holländer“ auf der Langstrecke nach Ard Schenk (1972), Anni Friesingers Trainer Gianni Romme (1998) und Jochem Uytdehaage (2002). Vor vier Jahren war ihm der Sieg noch versagt geblieben. Über 5000 Meter reichte es hinter dem Amerikaner Chad Hedrick nur zu Platz zwei, im Teamlauf stürzte er und begrub damit die Hoffnungen von Oranje. Cramer war so schnell wie noch nie ein Eisschnellläufer bei Olympia. Auch Kronprinz Willem Alexander und Prinzessin Maxima feierten begeistert ihren Goldmedaillengewinner.

Das deutsche Trio hatte mit dem Ausgang der Auftakt-Konkurrenz erwartungsgemäß nicht zu tun. Als Bester erwies sich ausgerechnet Olympia-Neuling Beckert auf Platz 22 in 6:36,02 Minuten. Der 19-Jährige wurde in der Kurve von seiner Schwester Stephanie angefeuert, die an diesem Sonntag über 3000 Meter auf eine Medaille hoffen darf. Dennoch war der Erfurter nicht ganz zufrieden. „Ich bin ein bisschen zu verhalten angegangen, trotzdem hat hinten raus die Kraft gefehlt.“ Der Münchner Weber verfehlte als 23. in 6:36,45 sein Top-Ten-Ziel deutlich. Auch der Erfurter Lehmann (6:43,77) enttäuschte auf Rang 26. „Ich bin sauschlecht gelaufen. Das war eine Riesenenttäuschung. Ich habe einfach alles falsch gemacht“, räumte Lehmann ein, der ohne Olympia-Norm nachnominiert worden war. (dpa)

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