EM in Litauen : Basketballer schwach in die nächste Runde

Deutschlands Basketballteam enttäuscht beim 64:75 gegen Serbien. Bei der Europameisterschaft in Litauen muss die Mannschaft um Dirk Nowitzki um die Qualifikation für Olympia 2012 bangen.

Lars Richter
Eine Nummer zu groß: Gegen Serbien konnte sich die deutsche Basketball-Mannschaft am Sonntag nicht durchsetzen.
Eine Nummer zu groß: Gegen Serbien konnte sich die deutsche Basketball-Mannschaft am Sonntag nicht durchsetzen.Foto: dpa

Schon früh gab es kaum noch Hoffnung. Die nach Siauliai gereisten deutschen Fans falteten ihre schwarz-rot-goldenen Fahnen bereits im dritten Viertel zu Bündeln und die Hände führten sie nur in einer kurzen Phase des Aufbäumens noch einmal zum Applaus zusammen. Anlass zum Beifall hat ihnen die Basketball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Litauen am Sonntagabend auch wenig geboten, das Team um NBA-Champion Dirk Nowitzki musste sich Serbien am vierten Spieltag der Vorrundengruppe B deutlich mit 64:75 (28:38) geschlagen geben.

Für den Einzug in die Zwischenrunde hat das keine Rolle mehr gespielt, für den weiteren Turnierverlauf jedoch ist es ein herber Rückschlag. Nachdem am Nachmittag Lettland (88:91 gegen Israel) und Italien (84:91 gegen Frankreich) ihre Partien verloren hatten, war Deutschland die Teilnahme an der nächsten Turnierphase ab Mittwoch in Vilnius bereits sicher. Frei von Ambitionen konnte die DBB-Auswahl dennoch nicht in das Duell mit Serbien gehen, weil sie in die nächste Runde nur die Punkte mitnimmt, die sie gegen die beiden ebenfalls qualifizierten Teams gewonnen hat.

Da es auf Begegnungen mit Titelverteidiger Spanien, Gastgeber Litauen und Vizeweltmeister Türkei hinausläuft, wäre das ein fast schon notwendiger Bonus gewesen, denn nur die besten vier Nationen des Sechserpools ziehen ins Viertelfinale ein. Und das müsste Deutschland mindestens erreichen, um die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London nicht vorzeitig aus den Augen zu verlieren. Deutschlands Hoffnung, dass die Serben ohne ihren Top-Aufbauspieler Milos Teodosic antreten müssten, erfüllte sich nicht. Der beste Passgeber dieser EM (durchschnittlich 7,4 Assists pro Partie) erschien zwar erst spät beim Aufwärmen, nachdem er in der Begegnung zuvor gegen Israel mit dem Fuß umgeknickt war, lief letztlich aber doch von Beginn an auf.

Ein alter Trick. Der 24-jährige serbische Guard tat auch sogleich, was er am besten kann: Er gab zwei Assists und verwandelte einen Dreier - der deutsche Fehlstart war perfekt. Die Spieler von Dirk Bauermann fanden zwar langsam zu ihrem Rhythmus, Anlass zur Beunruhigung gab es für den Coach aber trotzdem, denn Dirk Nowitzki traf lediglich einen seiner ersten sechs Würfe. „Diese schwache Anfangsphase muss ich auf meine Kappe nehmen“, sagte der NBA-Star.

Die Serben hingegen kombinierten sich so lange durch die Defensive, bis sie endlich einen freien Mann gefunden hatten - was häufig der Fall war. Eine Serie schlechter Pässe, wilde Würfe, neun Ballverluste und eine Wurfquote von 34 Prozent waren Beleg der deutschen Offensivmalaise und summierten sich zur bislang schlechtesten Halbzeit der deutschen Mannschaft bei diesem Turnier. Allein Teodosic (7) hatte im ersten Durchgang mehr Assists verteilt als die gesamte deutsche Mannschaft (5).

Wenn es etwas gab, an dem sich das DBB-Team aufrichten konnte, war es die Tatsache, dass der Rückstand mit zehn Punkten noch in einem günstigen Verhältnis zur Leistung stand. Auch nach Wiederbeginn fand Serbien auf gelungene deutsche Aktionen regelmäßig die besseren Antworten. Deutschland kam dank Nowitzki (25 Punkte) noch einmal heran, aber Serbien erwies sich als zu abgeklärt und rettete den Vorsprung ins Ziel.

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