Sport : Ende in Zagreb

Alba Berlin verliert in der Europaliga bei Cibona mit 72:90

Helen Ruwald

Zagreb. Viele Plätze auf den Oberrängen in der Halle „Drazen Petrovic“ von Zagreb blieben gestern Abend leer. Und das, obwohl es im Spiel des Tabellenfünften der Europaliga Cibona Zagreb gegen den Sechsten Alba Berlin um vieles ging. Der Sieger würde gute Chancen haben die Zwischenrunde zu erreichen, der Verlierer nur noch geringe. Die kroatischen Fans waren sauer auf ihre Mannschaft, die sich im letzten Heimspiel beim 71:100 gegen Treviso blamiert hatten. Doch die Anhänger irrten, ihr Team spielte zumindest so gut, um Alba Berlin mit 90:72 (47:38) zu besiegen. Das Hinspiel hatte Alba zwar mit 84:70 gewonnen, doch weil die Kroaten nun höher siegten, hat Alba auch den direkten Vergleich gegen Zagreb verloren.

Das macht das Rechnen nicht mehr so schwer. Alba Berlin hat an den letzten beiden Spieltagen keine Chancen mehr, den fünften Platz der Gruppe A zu erreichen, der die Qualifikation für die Zwischenrunde bedeuten würde. Auch mit dem besten sechsten Platz aller drei Gruppen sieht es für Alba schlecht aus. Tel Aviv (Gruppe B) und Breslau (Gruppe C) haben bereits einen Sieg mehr und das bessere Korbverhältnis. Und die Israelis spielen nur noch gegen die beiden Tabellenletzten ihrer Gruppe. Das heißt: Die Europaliga ist wohl auch in dieser Saison für Alba nach der Vorrunde beendet.

Das hatte sich Mithat Demirel nicht gedacht, als er sich am Sonnabend bei Zoran Planinic höflich mit einem „Bis Donnerstag“ verabschiedete. Die Spielmacher der deutschen und kroatischen Nationalmannschaft hatten in der EM-Qualifikation gegeneinander gespielt, Demirel hatte dieses Duell für sich entschieden. Doch diesen psychologischen Vorteil konnte er gestern zunächst nicht nutzen. Trainer Emir Mutapcic ließ Demirel vorerst auf der Bank und begann mit Aufbauspieler John Celestand. Erst als Planinic im ersten Viertel schon acht Punkte gemacht hatte, kam Demirel ins Spiel. 12:12 stand es da, nach 10:7-Führung für Alba. Doch obwohl die Berliner durch Pesic, Demirel, Garris und Lollis vier Dreipunktewürfe trafen, lagen sie nach den ersten zehn Minuten 20:23 zurück.

Das zweite Viertel begannen in Demirel, Rankin und Garris drei Bankspieler. Sie brachten keine neuen Impulse sondern Unsicherheit ins Spiel. Schrittfehler und Fehlpässe schlichen sich ein, die Berliner waren in der Verteidigung nicht mehr aggressiv genug. So, als würden sie selbst nicht mehr an ihre Chance glauben. Zur Pause lag Alba 38:47 zurück. Cibona hatte 74 Prozent aller Würfe aus der Nah- und Mitteldistanz getroffen. In der 25.Minute verabschiedete sich Jovo Stanojevic mit seinem fünften Foul, eine Minute später (46:61) hatte sich Zagreb erstmals den direkten Vergleich gesichert. Zwar kam Alba durch einen Dreipunktewurf von Marko Pesic noch einmal auf 68:78 heran, doch die Schlussphase entschieden die Kroaten eindeutig. Nach der Schlusssirene verließen die Berliner wortlos das Spielfeld.

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