Sport : Endlich angekommen

Freier führt Leverkusen zum 4:1 gegen Freiburg

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Es war wie eine Befreiung, das war Paul Freier anzusehen. Seitdem der Wechsel vom VfL Bochum zu Bayer Leverkusen festgestanden hatte, seit fast einem Jahr also, hatte der 17malige Nationalspieler weit unter Form gespielt und war zuletzt vom eigenen Publikum ausgepfiffen worden. Gestern im Spiel gegen den SC Freiburg die Erlösung: Keine drei Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Freier den 1:1-Ausgleich, sein erstes Saisontor. Wie von Sinnen rannte er danach zur Eckfahne und schrie seine Freude heraus. Sein Treffer in der 48. Minute bedeutete auch den Umschwung für diese Partie: Drei Tage nach dem 1:1-Remis beim AS Rom siegte Leverkusen 4:1 (0:1) nach starker zweiter Halbzeit.

Völlig entfesselt nach dem Erfolgserlebnis, avancierte Freier mit zwei Toren und einer Torvorlage zum Spieler des Tages. „Das tat gut nach der langen Flaute“, sagte der 25-Jährige und hatte eine Erklärung für den langen Anlauf parat: „Ich bin einer, der etwas länger braucht.“ Dieser Satz gilt freilich auch für die gesamte Mannschaft, die erneut im eigenen Stadion in Rückstand geriet, sich dabei unerklärlich schwach präsentierte und erst nach der Pause das Tor des Gegners berannte. Diesmal wackelte zunächst die Innenverteidigung: Roque Junior ließ eine Flanke von Cairo passieren und ermöglichte Coulibaly per Kopf das 1:0 (29. Minute). Freiburg kam danach durch den Debütanten Aogo gar zu einer weiteren Großchance, die Torwart Butt aber parierte. Der brasilianische Weltmeister stand nach Foul an Kruppke zudem vor einem Platzverweis – und wurde zur Pause gegen Babic ausgewechselt. „Wir hätten zur Pause 2:0 führen müssen, ohne dass jemand hätte meckern können“, sagte der Freiburger Trainer Volker Finke.

Kollege Klaus Augenthaler widersprach dem nicht – und konnte sich über sein glückliches Händchen bei Auswechslungen freuen. Nach dem Ausgleich nämlich legte Freier, der für den erneut formschwachen Ponte gekommen war, für Krzynowek vor, der eiskalt aus 16 Metern verwandelte – in Minute 53 war das Spiel gedreht, „weil wir kurzzeitig die Kontrolle im Strafraum verloren haben“, wie Finke analysierte. Dann verlor der Gast noch Mohamad, der Berbatow nicht hatte halten können, durch Gelb-Rot (66.). Dennoch kam Freiburg danach noch zu zwei Chancen durch Iaschwili (74. und 76.).

Doch dann nutzte Bayer einen Konter zur Entscheidung: Der eben eingewechselte Woronin bediente Freier, der zunächst einen Verteidiger lässig umdribbelte und dann mit großer Klasse vorbei an Golz zum 3:1 einschob (88.). Eine Minute später erhöhte Woronin nach einem weiteren Konter noch auf 4:1 – der fünfte Sieg im sechsten Heimspiel war perfekt. Für Leverkusen sind es jetzt nur noch zwei Punkte zu einem Uefa-Cup-Platz.

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