Sport : Endlich was zu feiern

Düsseldorf holt die verbaselte Aufstiegsparty nach.

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Ich bin’s, der Dani. Doppel-Torschütze Schahin stellt sich vor. Foto: dpa
Ich bin’s, der Dani. Doppel-Torschütze Schahin stellt sich vor. Foto: dpaFoto: dpa

Düsseldorf - Die aufreibende Bundesligarückkehr Mitte Mai, die nicht glückstrunkene Ehrenrunden, sondern DFB-Justiziare und Pyrotechnik-Experten begleiteten, hat Spuren hinterlassen bei Peter Frymuth. „Uns ist nach dem Aufstieg viel an Feiern genommen worden“, sagte der Vereinschef von Fortuna Düsseldorf, als die Rheinländer ihre 15-jährige Abstinenz vom Erstligafußball mit dem 2:0 (0:0) in Augsburg recht fulminant beendet hatten. Und gleichzeitig wurde dem Fortuna-Boss doch etwas mulmig, als er kurz vor dem Schlusspfiff die Rufe der eigenen Fans („Alle auf den Platz, alle auf den Platz“) vernahm.

Ein eher mäßiger Scherz nach den skandalösen Ereignissen vom zweiten Relegationsspiel gegen Hertha BSC, als Leuchtraketen auf Rasen und Rängen und tausende vorzeitig auf den Platz stürmende Fortuna-Fans eine brandgefährliche Mixtur bildeten. Die Freude an den ersten Zählern im Kampf gegen den Abstieg wollte sich das Team von Norbert Meier nun aber nicht auch noch nehmen lassen. Ein schmeichelhafter Sieg in einer dürftigen Partie? „Wir haben drei Punkte und sind zufrieden“, teilte der Trainer allen Nörglern mit.

Guten und erfolgreichen Fußball wolle er mit seinen Aufsteigern spielen, meinte Meier vor dem Neuanfang in der Bundesliga. Als Primärtugend seines völlig umgekrempelten Kaders gab er aber vor: „Die Fans werden eine Mannschaft sehen, die sich den Arsch aufreißt.“ Das tat sie auch gleich zum Auftakt in Augsburg, sozusagen dem Düsseldorf der letzten Saison. Da schaffte der Aufsteiger FCA als 14. sicher den Klassenerhalt – und die Fortunen geben nun zu, sich dies zum Vorbild genommen zu haben.

Reichlich Kampf und Einsatz wird es also bei Spielen der Fortuna geben, ziemlich sicher auch am nächsten Samstag gegen den Nachbarn Borussia Mönchengladbach. Der Rest ist eine große Wundertüte – angesichts von nicht weniger als 18 Neuzugängen. Einer von ihnen ist Dani Schahin. Der frühere Fürther rückte überhaupt nur in den Kader, weil Stefan Reisinger sich eine Grippe einfing – und sicherte dann als Einwechselspieler mit zwei wunderbaren Toren den Düsseldorfer Sieg.

Ansonsten fielen die Düsseldorfer, die mit fünf ihrer Neuen starteten, über weite Strecken durch einen mäßigen Spielaufbau, mangelhaftes Passspiel und entsprechende Harmlosigkeit auf. Und am Ende durch die provokanten „Alle auf den Platz“-Gesänge ihrer Fans. Sorgen habe er sich deswegen keine gemacht, erklärte Klubchef Frymuth dazu später, sagte aber doch: „Ich hoffe nur, dass sich die Ordner da unten nicht allzu sehr erschrocken haben.“ Andreas Morbach

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