Sport : Endlich wieder Würfe ohne Gips

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Da war er wieder, nach 122 Tagen. Im Trikot mit der Nummer zehn, das in den vergangenen Monaten recht erfolgreich Dejan Koturovic getragen hatte, lief George Zidek gestern in die Max-Schmeling-Halle ein. Weil Koturovic mit einer Grippe im Bett lag, stand der tschechische Centerspieler überraschend in der Anfangsformation im Basketball-Bundesligaspiel seines Klubs Alba Berlin gegen TSK Bamberg. Am 31. Oktober hatte Zidek sich gegen Treviso eine komplizierte Verletzung der Wurfhand zugezogen. Gestern gab er sein Comeback bei Albas 95:88 (79:79, 47:35)-Sieg nach Verlängerung.

Durch den Einsatz von Beginn an sollte vor allem Zideks Psyche gestärkt werden. Trainer Emir Mutapcic wollte ihm zeigen: Du gehörst dazu, wir bauen auf dich. Denn erst seit einer Woche kann Zidek wieder voll trainieren, vorher machte er hunderte, ach was, tausende Würfe mit der linken Hand - während der rechte Arm noch im Januar bis zur Schulter in einem monströsen Gips steckte. "Das ging nicht gut", sagt der 28-Jährige. Aber Hauptsache, er konnte überhaupt ein bisschen mit dem Ball spielen. Noch nie in seiner Karriere war er verletzt gewesen, hatte nie ein Spiel verpasst. Und nun diese lange Pause. Da war er froh, überhaupt wieder auflaufen zu können. "Ich hatte schnell ein Foulproblem, das zeigt, dass ich noch in keiner tollen Form bin", sagte er.

In vierzehneinhalb Minuten kam Zidek auf vier Punkte, vier Fouls, drei Ballverluste und null Rebounds. Chris Ensminger (20 Punkte), dem Center der Gäste, war er deutlich unterlegen. Für die sportlichen Höhepunkte waren andere zuständig. Albas Topscorer Marko Pesic (20 Punkte) und vor allem Bambergs Derrick Taylor, der 26 seiner 28 Punkte nach der Pause machte und Albas großen Vorsprung fast im Alleingang aufholte. Doch der gefragteste Mann war nach dem Spiel ein anderer: George Zidek.

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