Sport : Endlich zu Hause

Hertha BSC hat die Heimbilanz verbessert

Stefan Hermanns

Berlin - Das Training für die Profis von Hertha BSC ist in dieser Woche ungewöhnlich eintönig ausgefallen. Dienstag: Trainingsspiel elf gegen elf. Mittwoch: Trainingsspiel elf gegen elf. „Ich würde auch lieber taktische Sachen trainieren“, sagt Falko Götz. Wegen der eisigen Temperaturen hat Herthas Trainer allerdings auf solche Übungen verzichtet und die Spieler stattdessen in Bewegung gehalten. „Das Taktische packen wir in die Spiele rein.“ Gestern zum Beispiel durfte jeder Spieler den Ball in der eigenen Hälfte nur zweimal berühren, bei Ballbesitz mussten die Verteidiger über die Mittellinie vorrücken. Dadurch sollten das Spiel schnell, die Räume eng gemacht und ein intensives Pressing simuliert werden. So ähnlich stellt sich Götz das Auftreten seiner Mannschaft in Heimspielen vor.

Es ist noch nicht lange her, dass heftig über Herthas Heimkomplex diskutiert wurde. Inzwischen hat sich die Bilanz erheblich verbessert. Von den letzten vier Heimspielen hat Hertha drei gewonnen, im vierten, beim 0:0 gegen den Tabellenführer Bayern München, war die Mannschaft dem Sieg erheblich näher als ihr Gegner. Überhaupt haben die Berliner im eigenen Stadion in dieser Saison erst ein einziges Mal verloren, was außer ihnen nur noch die Bayern und Bayer Leverkusen geschafft haben. Dafür sind den Berlinern zu Hause aber auch nur vier Siege gelungen. „In den Heimspielen wird sich im Endeffekt zeigen, ob wir die Saison erfolgreich abschließen. Da müssen wir die Basis legen“, sagt Götz. „Wir sind da auf einem positiven Weg.“

Am Sonntag gegen Kaiserslautern hat die Mannschaft die Chance, sich mit dem zweiten Heimsieg in einer Woche in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festzusetzen. Außerdem geriete Hertha dann beim nächsten Auswärtsspiel in Leverkusen nicht gleich wieder unter Druck, unbedingt gewinnen zu müssen. Im oberen Tabellendrittel liegt alles so eng beieinander, dass die Folgen einer einzigen Niederlage erheblich sind. Vor dem Spiel in Stuttgart waren die Berliner Vierter, nach dem 0:1 fielen sie auf Platz sieben zurück, ehe sie durch den Sieg gegen den HSV wieder auf Rang vier kletterten.

Über dieses Spiel will Götz gar nicht mehr reden. Zwar hat das deutliche 4:1 die Heimbilanz weiter aufgehübscht; als Beleg für die neue Dominanz im Olympiastadion taugt die Begegnung allerdings nicht. Dominiert hat nur der HSV, während die Berliner alles verleugneten, was sie zuletzt erfolgreich gemacht hat. Weil das kollektive Defensivverhalten nicht stimmte, hatten die Hamburger etliche Torchancen. „Etwas mehr Ernsthaftigkeit“ erwartet Götz nun von seiner Mannschaft, „es ist wichtig, dass wir wieder in die Zweikämpfe reinkommen“.

Die Wirkung des unverdienten Sieges gegen den HSV ist trotzdem nicht zu unterschätzen. Es ist geradezu eine Qualität heimstarker Mannschaften, dass ihre Gegner manchmal nicht wissen, warum sie eigentlich verloren haben.

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