Sport : Erfahrung eingekauft

Die Eisbären verpflichten den ehemaligen NHL-Verteidiger Drake Berehowsky

Claus Vetter

Berlin - 571 Spiele in der National Hockey League (NHL) gelten im professionellen Eishockey als gute Referenz. Drake Berehowsky bringt sie mit nach Berlin zu seinem neuen Arbeitgeber: Gestern vermeldeten die Eisbären, dass sie den kanadischen Verteidiger bis zum Saisonende verpflichtet haben. Da er erst am Mittwoch nach Berlin kommt, wird er heute in Nürnberg noch nicht für die Eisbären spielen können. Am Freitag, beim Spiel der Berliner gegen Hamburg, soll der 33 Jahre alte Berehowsky zu seinem Debüt in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) kommen.

571 Spiele in der NHL? Da müsste die Freude bei den Verantwortlichen über die neueste Verpflichtung doch groß sein, oder? Bei Trainer Pierre Pagé, ein Freund von Spielern mit Entwicklungspotenzial, hält sie sich wohl in engen Grenzen. Er hatte zwar vor ein paar Tagen angedeutet, dass Berehowsky der beste Verteidiger in seinem Team sein könnte, allerdings sei der Kanadier „ein guter Spieler, dessen Leistungskurve nach unten zeigt“. Danach sieht es aus, zuletzt spielte Berehowsky in der zweitklassigen American Hockey-League bei San Antonio Rampage. Vergeblich wartete er in dieser Saison auf eine Chance in der NHL. Sein letztes Spiel in der nordamerikanischen Profiliga hat er 2004 für die Pittsburgh Penguins absolviert, von 2000 bis 2002 spielte er gemeinsam mit Eisbären-Stürmer Denis Pederson für Vancouver und Phoenix.

Berehowsky galt in der NHL als ein „Stay-at-home-defenseman“, also als ein defensiv ausgerichteter Verteidiger, der selten Ausflüge vor das Tor des Gegners unternimmt. Allerdings kann er den Eisbären mit seinen Fähigkeiten wohl weiterhelfen. Denn trotz einer zehn Spiele langen Siegesserie, die Sonntag mit dem 1:3 gegen Köln endete, wirkt die Berliner Abwehr mitunter ein wenig wacklig. Insbesondere die jeweils 20 Jahre alten Verteidiger Tobias Draxinger und Jens Baxmann wirkten da schon mal überfordert. Manager Peter John Lee will es nicht so sehen. „Tobias und Jens sind junge Spieler, die brauchen noch Zeit, die entwickeln sich noch weiter.“ Trotz der Neuverpflichtung seien ihre Einsatzchancen nicht gesunken. „Drake ist ein erfahrener Spieler, er gibt uns in der Abwehr Stabilität.“ Und schließlich gebe es „immer mal hier oder da Verletzte“. Zurzeit fehlt den Eisbären mit Rob Leask ein Verteidiger.

Berehowsky wird der 32. Spieler sein, der in dieser Saison für die Eisbären aufläuft. Eine in der DEL unglaublich hohe Zahl, die sich laut Lee aber in dieser Saison kaum noch erhöhen wird. Verpflichten jedenfalls will der Berliner Manager keinen neuen Spieler mehr. „Im Sturm haben wir keine Probleme, in der Verteidigung sollten wir nun mit Berehowsky keine Probleme mehr haben“, sagt Lee. Zumindest wenn es nach der Zahl der Einsätze in der NHL geht: Berehowsky hat in der besten Liga der Welt mehr Spiele absolviert als jeder andere in der aktuellen Mannschaft der Eisbären.

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