Sport : Erfolge zwischendurch

Eisschnellläuferin Pechstein ist in Gedanken schon in Seoul

Christopher Buhl

Lange Jubelarien gab es nicht. Und wer erwartet hatte, Claudia Pechstein würde nach ihrem zweiten Platz bei der Mehrkampf-EM im niederländischen Heerenveen wenigstens einen Tag entspannen, der sah sich getäuscht. Spät am Sonntagabend zurückgekehrt, richtet sich der Blick der Doppel-Olympiasiegerin im Eisschnelllaufen bereits wieder nach vorn – so mühte sich die Berlinerin gestern auf dem Ergometer ab. Professionalität statt Überschwang. Denn mit dem Gewinn der Silbermedaille ist es für Pechstein noch nicht getan – der soll allenfalls Rückenwind für die nächsten Aufgaben geben: „Der absolute Saisonhöhepunkt folgt erst noch, das wird die Einzelstrecken-WM in Seoul.“ Die Mehrkampf-WM Anfang Februar in Hamar gerät dabei fast zur Nebensache: „Die ist für mich nur eine Zwischenstation“, sagte Pechstein.

Dass ihre Paradedisziplin eben die Langstrecke ist, stellte sie mit ihrem hart erkämpften zweiten Rang über 5000 Meter in Heerenveen eindrucksvoll unter Beweis. Kein Wunder, dass die 31-Jährige sich auch für die Wettkämpfe in Korea vom 12. bis 14. März einiges ausrechnet: „Das Ergebnis aus Heerenveen bedeutet für mich persönlich eine gute Leistung und stimmt mich optimistisch. Ich denke, ich werde dort nicht hinterher laufen“, prognostiziert sie. Soll heißen: Ein Platz unter den ersten Drei ist durchaus möglich und erwünscht.

Pechstein will ihr Leistungsniveau bis Seoul konservieren – mit dem Motivationsschub aus Heerenveen und zweimonatiger Vorbereitung könnte das auch klappen. Die Statistik der vergangenen Jahre spricht jedenfalls für die von Erfolgstrainer Joachim Franke betreute Läuferin: „Ich war nie eine Frühstarterin“, stellt Pechstein fest, „zum Ende der Saison habe ich aber immer wieder gute Leistungen gezeigt.“

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