Sport : Erfolgreicher Kurzbesuch

Sven Fischer siegt beim Biathlon-Weltcup in Antholz

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Antholz (dpa). Sven Fischer kam spät und siegte souverän: Bei seinem Kurzbesuch in Antholz erkämpfte der Oberhofer den ersten Saisonsieg in einem Einzelrennen für die deutschen Biathleten. Zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaften in Oberhof wiesen auf die anderen deutschen Teilnehmer ansteigende Form nach: Ricco Groß (Ruhpolding) wurde Dritter, Peter Sendel (Oberhof) Sechster, Michael Greis (Nesselwang) lief auf Rang acht, Andreas Birnbacher (Schleching) auch Platz zehn. Fischer hatte im Ziel 7,5 Sekunden Vorsprung vor dem Franzosen Raphael Poirée. Groß, der wie die beiden Ersten auch eine Scheibe verfehlte, lag 30,2 Sekunden zurück.

Frank Ullrich war über den Erfolg besonders froh. „Heute hat es endlich mal gepasst“, sagte der Bundestrainer. „Die Bedingungen waren gut, die Ski schnell, die Form hat gestimmt, am Schießstand haben fast alle gut gearbeitet.“ Fischer war wegen seiner bekannten Probleme mit der Höhenanpassung erst am Morgen aus Ruhpolding angereist. Damit ging er auch ein Risiko ein. „Aber ich habe alles richtig gemacht. Ich hatte heute keine Probleme mit der Höhe, auch nicht den Augendruck, den ich sonst immer in Antholz spüre“, erzählte der Thüringer. „Wir hatten von vornherein geplant, dass ich nur den Zwanziger laufe“, sagte Fischer nach dem 20. Weltcupsieg.

Der 32-Jährige hatte sich sein Rennen klug eingeteilt, lief durchgängig sein Tempo. „Ich musste nur einmal am Anstieg etwas die Geschwindigkeit reduzieren. Sonst konnte ich gleichmäßig rennen“, sagte Fischer. Am Abend reiste er bereits wieder Richtung Heimat ab. Aus familiären Gründen – seine Lebensgefährtin erwartet ein Kind – wird Fischer Vorbereitungstraining auf die Weltmeisterschaften in heimischer Umgebung und nicht in Ridnaun wie der Rest des deutschen Teams absolvieren.

Auch Ricco Groß war gestern zufrieden. „Bestes Biathlon-Wetter, prima Stimmung und wie immer viel Spaß beim Traditions-Rennen in Antholz“, sagte er. „Und dass ich nicht zum vierten Male Vierter geworden bin, krönte den Wettkampf.“

Peter Sendel und Michael Greis hingegen haderten mit der einen Strafminute zu viel, die für die beiden Läufer ein besseren Resultat verhindert hatte. „Das hätte heute für mich der Platz auf dem Treppchen sein können“, sagte Sendel. „Aber mit dieser Platzierung sollte ich nun meinem WM-Platz im Einzelrennen sicher haben. Typisch Sendel eben, mit der letzten Chance die Qualifikation geschafft“, sagte er. Greis beklagte die kalten Hände beim letzten Schießen. „Ich will nicht sagen, dass der Fehler deshalb zustande kam, doch förderlich war das fehlende Gefühl im Schießfinger nicht“, sagte der Allgäuer. Unzufrieden verließ Frank Luck das Stadion. „Zum 39. Platz braucht man nichts zu sagen. Da ist jeder Kommentar überflüssig“, sagte er. Kaum hatte er das gesagt, packte Luck auch schon seine Sachen zusammen und ging. Auch Bundestrainer Ullrich war mit der Leistung des Routiniers nicht zufrieden. „Für Frank wird es nun sehr schwer, zur Weltmeisterschaft zu kommen“, sagte Ullrich.

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