Sport : Erst verwirrt, dann überlegen: Füchse besiegen Balingen 28:20

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Berlin - Alexander Petersson hatte es sich angesichts schwindener Kräfte so gewünscht: „Einmal sicher gewinnen, nicht bis zur letzten Sekunde kämpfen müssen.“ Die Wünsche des isländischen Handballers im Dienste der Füchse Berlin sind gestern erhört worden. Gegen den HBW Balingen-Weilstetten setzten sich die Berliner souverän mit 28:20 (9:8) durch. Hart kämpfen musste der Tabellenzweite der Handball-Bundesliga vor 8556 Zuschauern in der Schmeling-Halle trotzdem – zumindest bis zur 45. Minute. „Wir konnten uns auf die Abwehr verlassen, das hat uns in den schwierigen Minuten geholfen“, analysierte Trainer Dagur Sigurdsson. „Wir haben gesehen, was uns in Balingen erwarten wird.“

Es dauerte nur acht Minuten, da hatten die Gäste ihren Ruf als unfairstes Team der Liga bereits bestätigt, die Hand von Wolfgang Strobel klatschte ins Gesicht von Bartlomiej Jaszka. Letztlich bestrafte sich das Team von Trainer Rolf Brack damit allerdings nur selbst. Aus einer 4:2-Führung der Gäste wurde durch Strafminuten schnell ein 4:6-Rückstand. Doch Brack setzte nicht nur auf Härte, zumal es die Balinger diesbezüglich nicht übertrieben. Am Ende hatten die Schwaben trotzdem neun Zeitstrafen kassiert, die Berliner dagegen nur drei. Diesen Umstand mussten die Gäste natürlich irgendwie ausgleichen. Sie taten es mit Bracks eigenwilliger Sieben-Spieler-Taktik. Bei Angriffen der Gäste raste dTorhüter Martin Ziemer immer zur Bank und ermöglichte damit den Einsatz eines weiteren Feldspielers. Bei den Füchsen erzeugte das allerhand Verwirrung, Kapitän Torsten Laen warf sogar zweimal am leeren Tor vorbei. So fiel die Halbzeitführung für die Füchse, bei denen Torhüter Silvio Heinevetter fehlte, mit 9:8 dürftig aus. Brack lobte dennoch: „Es war schon stark, wie sie gegen die 7:6-Überzahl spielten.“

Auffällig war aber schon im ersten Abschnitt, dass den Balingern in einem höchst mittelmäßigen Spiel nicht viel einfiel. „In der zweiten Halbzeit sind bei uns alle Dämme gebrochen, der Gegner war zu groß für uns“, sagte Brack. Seine Impulse von außen verfehlten mehr und mehr ihre Wirkung. Beim 20:15 (47.) traf der mit acht Toren beste Füchse-Werfer, Ivan Nincevic, ins wieder verlassene Tor. Unmittelbar danach gelang dies sogar Schlussmann Petr Stochl, weil Balingens Keeper nicht schnell genug zurück in sein Tor geeilt war. So versuchte es Brack mit einem ganz großen Trick, er beorderte den siebten Feldspieler Benjamin Herth mit einem rosa Leibchen ins Tor. Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden.

So konnte schließlich auch Alexander Petersson noch Kräfte für den morgigen Dienstag sparen. Da müssen die Berliner zum vorletzten Spiel des Jahres beim TBV Lemgo antreten. Hartmut Moheit

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