Sport : Erster Sieg: Union gewinnt in Dresden 3:1

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Dresden - Ohrenbetäubend dröhnten die Pfiffe von der Tribüne. Lauter und immer lauter, bis die Fußballer in den gelben Trikots sich selbst erlösten und den Ball verloren. Die Fans von Dynamo Dresden, gewöhnlich für ihre bedingungslose Unterstützung bekannt, hatten genug. Gnadenlos pfiffen sie die eigenen Spieler aus, manche verließen sogar das Stadion. Dabei waren zu diesem Zeitpunkt gerade erst 25 Minuten zwischen Dresden und dem 1. FC Union gespielt. Doch die Aussichten waren schlecht, dass die Gastgeber diese Zweitligabegegnung noch gewannen. Union führte bereits 2:0, am Ende hieß es 3:1 (3:0) für die Berliner.

Vor allem die Art und Weise, wie die Gäste in Dresden auftraten, ließ Dynamos Fans früh resignieren. Von Beginn an dominierte Union, und nach 23. Minuten nutzte Sören Brandy Unions fünften Eckball in Folge per Kopf zum 1:0. Dresden hatte sich noch nicht erholt, da zirkelte Torsten Mattuschka den Ball von der Strafraumgrenze ins rechte obere Eck – 2:0. Union führte Dynamo im eigenen Stadion vor. „Mit der Leistung bin ich hochzufrieden, wir haben eine hervorragende erste Halbzeit gespielt“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus. Nur verleitete die sichere Führung Unions Spieler kurzzeitig zur Nachlässigkeit. Mehrere Dresdener hatten innerhalb weniger Augenblicke die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, einmal rettete Torhüter Daniel Haas mit einer spektakulären Parade, dann klärte Baris Özbek im letzten Moment. Im Fernsehen war jedoch zu erkennen, dass der Ball die Linie überschritten hatte. In Dresdens einzige Drangphase traf Damir Kreilach in der 37. Minute mit einer Kopie des zweiten Treffers zum 3:0 für die Berliner. Dresden lief weiter hinterher.

Erst recht, nachdem Cheikh Gueye gleich zu Beginn der zweiten Hälfte nach einem überharten Foul an Berlins Özbek des Feldes verwiesen wurde. Gegen zehn Dresdener tat Union nicht mehr als nötig und wurde durch Adam Susacs Anschlusstreffer bestraft. Anschließend musste Torhüter Haas zwar mehrmals retten, doch Unions erster Saisonsieg geriet nie in Gefahr. „Rückblickend muss man eingestehen, dass die Rote Karte nicht gut für uns war“, sagte Haas. Sebastian Stier

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