Erstes Training des Jahres : Hertha BSC startet Vorbereitung mit Rumpfkader

Mit nur 16 Feldspielern ist Berlins Bundesligist ins neue Fußballjahr gestartet. Mehrere Spieler fehlten krank, Jens Hegeler steht vor einem Wechsel nach England.

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Hertha BSC startete bei nasskalten Temperaturen in das Jahr 2017.
Hertha BSC startete bei nasskalten Temperaturen in das Jahr 2017.Foto: Ottmar Winter

Eine Viertelstunde vor der Zeit startete Hertha BSC am Dienstag in das neue Fußballjahr. Bei Wind und Regen waren allerdings nur 16 Feldspieler auf dem Übungsplatz. Der gegenwärtig grassierende Magen-Darm-Virus hatte keinen Bogen gemacht um Berlins Fußball-Bundesligisten. Gleich vier Spieler, Mitchell Weiser, Julian Schieber, Alexander Baumjohann und Nachwuchstalent Florian Baak hatte es erwischt. Das Quartett meldete sich in der Früh bei Pal Dardai ab.

„Das ist der Sieger-Virus“, sagte Herthas Trainer dann nach der ersten Trainingseinheit augenzwinkernd: „Leider reagieren die Spieler darauf noch sehr unterschiedlich.“
Knapp eineinhalb Stunden dauerte die erste Einheit des Jahres. Bis zum Samstag wird ab jetzt jeden Tag auf dem heimischen Gelände zweimal trainiert, dann geht es für den Tabellendritten in ein einwöchiges Trainingslager nach Mallorca. Am 22. Januar werden die Berliner dann als vorletztes Team der Bundesliga den Punktspielbetrieb wieder aufnehmen. Mit dem Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen endet dann auch die Hinserie endgültig.

Hegeler vor Wechsel nach England

Neben den virusinfizierten Spielern fehlten gestern auch weitere fünf Spieler aus zum Teil recht unterschiedlichen Gründen.

Etwa Jens Hegeler. Der 28-Jährige absolvierte beim englischen Zweitligisten Bristol City den Medizincheck und wird dort aller Voraussicht nach einen Vertrag unterschreiben. „Den aktuellsten Stand kenne ich nicht“, sagte Dardai nur.

Zwar hatte Hegeler in den beiden letzten Spielen des vergangenen Jahres in Leipzig (0:2) und gegen Darmstadt (2:0) in der Startelf gestanden und gut gespielt, doch sah er beim Bundesligadritten keine Zukunft mehr.

Eigentlich hatte er sich seit seinem Wechsel 2014 von Bayer Leverkusen nach Berlin nie einen Stammplatz erspielen können. Dem Vernehmen nach sollen die Engländer rund 300 000 Euro an Ablöse zahlen, Hegelers Vertrag wäre im kommenden Sommer ohnehin ausgelaufen.

Auch Salomon Kalou und der Brasilianer Allan fehlten gestern auf dem Trainingsgelände. Der 31 Jahre alte Ivorer befindet sich gerade im Trainingslager mit der Auswahl seines Landes, die sich auf den Afrika-Cup vorbereitet. Das Turnier findet vom 14. Januar bis 5. Februar in Gabun statt. Wie lange Kalou für Hertha ausfallen wird, hängt vom Abschneiden der Mannschaft der Elfenbeinküste ab. Der erst 19 Jahre alte Allan nimmt mit Brasilien an der U-20-Südamerikameisterschaft in Ecuador (18. Januar bis 11. Februar) teil.

Duda fliegt vermutlich nicht mit ins Trainingslager

Wenn Hertha am Samstag auf die Baleareninsel fliegt, wird Pal Dardai nur voll belastbare Profis mitnehmen. Deshalb werden vermutlich der Königstransfer des Sommers, Ondrej Duda, und Nachwuchstalent Arne Maier, in Berlin bleiben. Beide befinden sich nach ihren Verletzungen noch in der Rehabilitation. Angeblich wird auch Alexander Baumjohann nicht mitreisen. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler hat in der Hinrunde keine Rolle mehr gespielt, es könnte sein, dass auch er noch in dieser Winterpause einen Vereinswechsel vollzieht.

Optimistisch ist Herthas Trainer aber bei Sebastian Langkamp und John Anthony Brooks. Das Stamm-Innenverteidiger-Paar war kurz vor Weihnachten wegen muskulärer Probleme für den Spielbetrieb ausgefallen. Am Dienstag trainierten beide Spieler schon mal individuell auf dem Platz. Beide wollen schon am Mittwoch ins normale Mannschaftstraining einsteigen.

Auf Mallorca stehen ganz sicher zwei Testspiele auf dem Programm, vielleicht sogar ein drittes. In den ersten beiden Spielen möchte Dardai allen Spielern jeweils 90 Minuten Einsatzzeit geben. Im dritten Spiel würde Pal Dardai dann schon jener Formation den Vorrang geben, mit der er auch zum Ligastart in Leverkusen zu spielen gedenke. „Wir wollen eingespielt sein“, sagte er.

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