Sport : Ervin Skela Superstar

Kaiserslautern muss bescheiden wirtschaften

Oliver Trust

Wer hat das Sagen im Verein?

Wann immer es geht, taucht der Aufsichtsratsvorsitzende Professor Doktor Walter Ruda als Autor im Stadionheft auf. Der starke Mann in der Pfalz aber ist und bleibt der Schweizer Vereinschef René Charles Jäggi. Ohne den Vorstandsvorsitzenden läuft nichts zusammen. Kritiker werfen René Jäggi vor, er versammle nur ihm zugeneigte Mitarbeiter um sich. Was Jäggi bestreitet, aber auch nicht verwerflich finden würde. Er sieht die Sache anders: Es ginge darum, alte Strukturen aufzubrechen und den immer wiederkehrenden Geheimnisverrat einzudämmen.

Was hat sich verbessert?

Die finanzielle Lage. Der Klub ist arm, aber schuldenfrei. Aber: Es gibt nach wie vor einige in der Pfalz, die glauben, Jäggi habe den Klub „arm gerechnet“, um als Retter und Sanierer besser dazustehen. Die meisten jedoch halten das für Unsinn. Jäggi jedenfalls fährt weiter einen Sparkurs. Der Etat wurde auf 14,5 Millionen Euro zurückgefahren. Mit Michael Henke hat Jäggi versucht, einen „frischen“ und „unverbrauchten“ Trainer zu holen, der sich mit den bescheidenen Mitteln zufrieden gibt.

Wie sicher ist der Job des Trainers?

In seinen ersten Wochen hat Michael Henke den Makel, ein Mann von Bayern München zu sein, abstreifen können.Die Anhänger finden, dass er eine Chance verdient hat. Die wird Henke bekommen. Aber er weiß, dass er für Experimente keine Zeit hat. Wenn der FCK im Winter auf einem Abstiegsplatz stehen sollte, könnte es ungemütlich werden.

Welche Taktik ist zu erwarten?

Die Grundordnung dürfte ein 4-4-2-System sein, wobei das Mittelfeld in einer Raute agieren wird. Der Schweizer Routinier Ciriaco Sforza übernimmt dabei den defensiven Part, während der Albaner Ervin Skela das Spiel in die Spitzen ankurbeln soll. Variante zwei wäre ein System mit zwei defensiven Mittelfeldspielern. Das soll sich nach dem Gegner richten.

Welche Platzierung ist möglich?

Weder Jäggi noch Henke werden vor dem Saisonstart auch nur ein Wort darüber verlieren, was möglich wäre – außer dem Klassenerhalt. Dabei geht es darum, keine allzu großen Erwartungen zu wecken. Insgeheim aber erhoffen sich alle im Klub mehr Spielqualität und mehr Leidenschaft. Gelingt das, könnte der FCK eine ruhigere Saison als die vergangene erleben. Die Plätze 11 bis 13 sind das Maximum.

Wer sind die Stars?

Wenn Ervin Skela jemals ein Star war, dann ist er es auch in Kaiserslautern. Das gilt ebenfalls für Ciriaco Sforza. Der ist schon ewig dabei, und es hat sich ein gewisser Gewohnheitseffekt eingestellt. Als Jungstar geht Marco Engelhardt durch, der es immerhin bis in die Nationalmannschaft geschafft hat.

Wer hat noch Chancen auf die WM?

Marco Engelhardt gehört schon zu Klinsmanns Kader. Er ist aber auch der einzige Lauterer, der Chancen auf die WM hat.

Wie sind die Fans?

In der vergangenen Saison gab es Ansätze von Gleichgültigkeit und Lethargie. Zu lange hat der FCK seine Anhänger mit Skandalen und leidenschaftslosem Fußball gequält. Diese Saison geht es darum, etwas wieder gutzumachen. Sonst wird immer mehr Pfälzern egal, was sich da oben am Berg so abspielt.

Die gesamte Serie im Internet:

www.tagesspiegel.de/bundesligatest

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