Sport : Erwachsen geworden

Unions Talent Tom Martins wird zum Torjäger - beim 4:0 gegen den VfL Wolfsburg II steuerte er zwei Treffer bei.

Matthias Koch

BerlinSein Platz im VIP-Zelt des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union blieb leer. Stürmer Tom Martins war kurz nach dem sonnabendlichen 4:0-Erfolg gegen den VfL Wolfsburg II lieber nach Hause gefahren. Dabei hätte der 19-Jährige nach seinen beiden Treffern gegen die Niedersachsen sicherlich jede Menge Schulterklopfer unter den Edelfans der Köpenicker gehabt.

Doch Jubelarien sind nicht die Sache des bescheidenen Blondschopfs. Nach seinen Treffern folgte kein rasanter Sturmlauf Richtung Trainerbank, sondern nur artiger Dank an die Vorbereiter. „Das war für mich ein toller Toreinstand, an dem meine Mitspieler großen Anteil haben“, sagte Martins nach seinem zweiten Regionalligaeinsatz. Vater Bernd, der im November 2006 als Nachwuchstrainer beim 1. FC Union entlassen wurde, saß ausgerechnet diesmal nicht im Stadion. Mutter Ursula feierte in Neustrelitz 70. Geburtstag.

Die Tore gegen die Wolfsburger sind für Tom Martins auch ein kleiner persönlicher Triumph. Vor zwei Jahren stand seine Karriere nach zwei Kreuzbandrissen vor dem Ende. Der heutige Kotrainer Andre Hofschneider gab Tom Martins den Tipp, sich bei Erich Rembeck operieren zu lassen. Hofschneider kannte den Mannschaftsarzt von 1860 München aus seiner Zeit als Bundesligaprofi. Die Knie des Talents halten jetzt besser.

Schon vergangene Saison gehörte Martins in der Hinserie zum erweiterten Kader der Regionalligaelf, ehe er plötzlich nur noch bei den A-Junioren trainieren und spielen wollte. Martins war wohl mit dem Umgangston älterer Akteure nicht klargekommen. „Ich will dazu nichts mehr sagen. Aber meine bisherigen Entscheidungen waren alle richtig“, meinte Martins, der sich nun offensichtlich auf den Männerfußball eingestellt hat. „Ich freue mich für ihn. Aber ein Spruch gehört beim Fußball immer dazu“, sagte Mittelfeldmann Guido Spork am Sonnabend vor dem VIP-Zelt von Union. Zu diesem Zeitpunkt war Tom Martins schon lange zu Hause.

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