Sport : Es fehlen Millimeter

Der 1. FC Union spielt gegen Waldhof Mannheim nur 1:1

Karsten Doneck

Berlin. In der Bewertung der ersten Hälfte herrschte bei den Profis des 1. FC Union Einigkeit. „Zu ängstlich“ sei man gewesen, meinte Sreto Ristic. Man sei „schwer in Tritt gekommen“, fand Jan Sandmann. „Wir hatten nicht mal eine Torchance“, sagte Steffen Menze. Wie gut für Union, dass Fußballspiele aus zweimal 45 Minuten bestehen. Dank einer Leistungssteigerung nach dem Wechsel schaffte die Elf vor 6012 Zuschauern wenigstens noch ein 1:1 (0:1) gegen Waldhof Mannheim. Die Nörgelei ging aber nach dem Abpfiff weiter. „Ein Punkt ist zu wenig, gerade zu Hause“, sagte Sandmann.

Die bittere Kälte im Stadion an der Alten Försterei schien auch eine leichte Vereisung in den Gedankengängen des Gästetrainers hervorgerufen zu haben. „Das Ergebnis hätte auch andersherum lauten können“, sagte Waldhofs Walter Pradt zu dem 1:1. Vielleicht meinte Pradt ja, dass auf beiden Seiten noch mehr Tore möglich gewesen wären. Bei Baumgart und Ristic lagen zwischen Jubel und Verzweiflung nur wenige Millimeter, beide scheiterten jeweils am Innenpfosten des Mannheimer Tores. Andererseits verhinderte Unions Torwart Wulnikowski gegen Ifejagwa einen erneuten Rückstand. Wulnikowski schützt das nicht vor der Ersatzbank. Trainer Mirko Votava lässt auf der Torwartposition rotieren. Zweimal steht Wulnikowski im Tor, dann zweimal Sven Beuckert. „Darauf habe ich mich festgelegt, dabei bleibt es“, sagt Votava. Im nun folgenden Auswärtsspiel bei Rot-Weiß Oberhausen hütet also Beuckert das Tor.

Der Gast führte durch Gernot Plassnegger verdient. Auf dem mit einer fünf Zentimeter dicken Schneedecke überzogenen Platz fand Union keine Linie, besonders El Akchaoui hatte enorme Standprobleme. Nach einer halben Stunde wurde er ausgewechselt. Und bekam noch einen Rüffel vom Trainer. „Der trainiert jetzt seit einer Woche bei solchen Bodenverhältnissen und weiß dann am Sonntag immer noch nicht, welche Schuhe er anziehen muss“, meckerte Votava.

Nach Menzes Ausgleich kurz nach der Pause und dem engagierteren Auftritt seiner Elf danach war Votava halbwegs versöhnt. „In der zweiten Hälfte haben wir 100 Prozent gegeben, immer wieder nachgesetzt und dadurch auch das Publikum mitgerissen. Diese Einstellung will ich jetzt aber mal von Anfang an sehen“, sagte er.

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