Es gibt Geschenke : Alba Berlin verpflichtet DaShaun Wood

Alba Berlin verpflichtet mit DaShaun Wood den wohl besten Basketballer der Bundesliga. Der Spielmacher der Frankfurt Skyliners hat einen Zweijahresvertrag unterschrieben und folgt damit seinem Trainer.

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Seitenwechsel. Wood (r.) spielte zuletzt noch gegen Alba und Idbihi. 
Seitenwechsel. Wood (r.) spielte zuletzt noch gegen Alba und Idbihi. Foto: dapd

Berlin - Gordon Herbert hat offenbar ein schwieriges Verhältnis zur Wahrheit. Nachdem er mehrfach Verhandlungen mit Alba dementiert hatte, wurde der Kanadier am Mittwoch als Trainer in Berlin vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit sagte er auch: „An DaShaun Wood habe ich noch gar nicht gedacht, ich habe mit Marco Baldi und Mithat Demirel auch noch nicht über Spieler gesprochen.“

Am Tag darauf folgte – die Verpflichtung von DaShaun Wood. Der Spielmacher der Frankfurt Skyliners hat einen Zweijahresvertrag in Berlin unterschrieben und folgt seinem Trainer damit nach Berlin. „In Gesprächen mit Gordon Herbert zeichnete sich schnell ab, dass Wood sein absoluter Wunschspieler war“, sagt Team-Manager Mithat Demirel, „diesen Wunsch wollten wir ihm erfüllen.“

Doch auch sich selbst hat Alba Berlin mit diesem Transfer-Coup ein Geschenk gemacht. Wood ist wohl der beste Basketballer der Bundesliga; er wurde in der vergangenen Saison zum Wertvollsten Spieler gewählt, führte die Liga als bester Werfer (18,9 Punkte im Schnitt) an und war zudem der zweitbeste Vorlagengeber (5,9 Assists).

„Er hat alles, was man auf europäischem Topniveau benötigt“, schwärmt Demirel, „Führungsqualitäten, Spielintelligenz, die Fähigkeit, selbst zu punkten, aber auch Mitspieler einzusetzen.“ Man habe ihn schon seit Jahren auf dem Zettel, sagt Demirel, der selbst schon in Italien gegen ihn spielte. Der 1,85 Meter große US-Amerikaner aus Detroit galt am College und später in Italien als Ausnahmetalent, doch dann musste er ein Jahr wegen einer schweren Knieverletzung aussetzen. Die Skyliners gingen das Risiko ein und boten ihm einen Vertrag an. Wood verlängerte zwar bis 2013 – allerdings nur unter Bedingungen. Die waren trotz eines neues Sponsors in Frankfurt wohl nicht erfüllt, womöglich war sein Verbleib auch an Trainer Herbert geknüpft. „Er war frei auf dem Markt“, sagt Demirel, „sein Gesundheitsstatus ist gut, er hatte vergangene Saison keine Probleme.“ Wood selbst sagt: „Für Alba zu spielen ist wie für ein NBA-Team zu spielen.“ Durch die Verpflichtung ist Taylor Rochestie wohl überzählig, er wäre sonst dritter Spielmacher neben Wood und Heiko Schaffartzik.

Unter all dem Jubel ging eine weitere Meldung fast unter: Alba erhält erneut eine Wildcard für die Qualifikation zur Europaliga. Zwar wird der Modus wohl auf zwei Turniere mit je acht Teams umgestellt, doch keines davon in Berlin ausgetragen, wie zuletzt spekuliert. Der Grund: Die Arena am Ostbahnhof ist Ende September schon belegt.Dominik Bardow

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