Sport : Etwas Zeit, bitte

Wo kann Ullrich noch aufholen?

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Jan Ullrich will um jede Sekunde kämpfen. Die große Chance, seine 67 Sekunden Rückstand auf Lance Armstrong gutzumachen, ist das Einzelzeitfahren am Samstag. Gibt es eigentlich noch andere Möglichkeiten, ein paar Sekunden herauszuholen?

Eine Attacke auf den Flachetappen: Gegen eine komplette andere Mannschaft, die sich in der Führungsarbeit abwechselt, kann kein Fahrer entkommen. Die US PostalMannschaft von Lance Armstrong hat nichts anderes zu tun, als die Verfolger ihres Kapitäns zu bewachen – bei flachem Etappenprofil normalerweise kein Problem.

Die Zielankünfte: Am Ende jeder Etappe erhalten die drei ersten Fahrer Zeitgutschriften von 20, 12 und 8 Sekunden. Jan Ullrich ist kein ausgesprochener Sprinter, bei einer Massenankunft ist er chancenlos. Wer im harten Kampf der Sprintspezialisten um die besten Positionen ungeübt ist, geht außerdem ein hohes Sturzrisiko ein.

Die Sprintwertungen: Auf den letzten drei Etappen (mit Ausnahme des Einzelzeitfahrens) stehen noch sechs Zwischensprints an. Die ersten drei Fahrer erhalten sechs, vier und zwei Sekunden Zeitgutschrift, zudem gibt es sechs, vier und zwei Punkte für die Gesamtwertung des besten Sprinters (Grünes Trikot). Die Top-Sprinter liegen in dieser Wertung noch eng beieinander, für sie könnten die Zwischensprints entscheidend sein. Das US Postal-Team hat mehrere Fahrer, die schneller als Ullrich sind, falls die Sprintspezialisten einmal zurückfallen sollten.

Die letzte Etappe nach Paris: Nach über 3000 Kilometern Stress und Strapazen gilt das ungeschriebene Gesetz der „Tour d’honneur“: Der Träger des Gelben Trikots wird nicht mehr attackiert und schon unterwegs gefeiert, die Gesamtwertung ist entschieden. Sollte sich jemand über dieses ungeschriebene Gesetz der Radprofis unehrenhaft hinwegsetzen, wird er es für den Rest seiner Karriere schwer im Feld haben. Selbst wenn Ullrich nur wenige Sekunden zurückliegt, wird er auf den Champs-Elysees wohl nichts mehr unternehmen.klapp

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