EUROPAMEISTER MUNOZ UNTER VERDACHT : Drei verpasste Tests in neun Monaten

Rafael Munoz

ist wohl der umstrittenste Schwimm- Europameister von Budapest. Der Spanier gewann zwar am Dienstag souverän die 50 Meter Schmetterling, doch sein Sieg hinterlässt einige Fragezeichen. Denn der Weltrekordler hatte vor der EM innerhalb von neun Monaten drei Dopingtests in Serie verpasst. Der Schwimm-

Weltverband
(Fina) aber ließ Munoz nach einer Anhörung vergangene Woche starten. „Ich habe ein reines Gewissen und habe mir nichts vorzuwerfen“, sagte der Betroffene. Inzwischen hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) von der Fina die Akten zu dem Fall angefordert. Es könnte sein, dass sich Rafael Munoz bald vor dem Internationalen Gerichtshof Cas wiederfindet. Denn sonst droht ein Präzedenzfall.

Nach WM-Bronze im vergangenen Jahr setzte Munoz lange mit dem Training aus und war für niemanden erreichbar, die Briefe der Anti-Doping-Behörden blieben unbeantwortet.

Offenbar steckte Munoz in einer
tiefen Sinn-Krise. Der Spanier sagt, zuhause in Cordoba habe keiner gemerkt, worum es sich bei den Briefen handelte: „Meine Mutter spricht kein Englisch.“ Sein Arzt attestierte Munoz einen „verwundbaren psychologischen Zustand“. Der Weltverband glaubte dieser Aussage, teilte aber mit, Munoz müsse mit Konsequenzen rechen, wenn er bis zum nächsten Sommer erneut bei einem Test nicht auffindbar sei. dpa

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