Fall Calmund : Gericht sieht weiteren Klärungsbedarf

Das Ermittlungsverfahren gegen den früheren Manager des Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, Reiner Calmund, ist nach Medieninformationen doch noch nicht abgeschlossen.

Hamburg/Köln - Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" meldete am Samstag, das Landgericht Köln habe die Vereinbarung zwischen der Staatsanwaltschaft und den Anwälten von Calmund in dem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue zurückgewiesen. Im Juni hatte sich die Ermittlungsbehörde mit Calmund verständigt, das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 25 000 Euro einzustellen.

Es ging den weiteren Angaben zufolge um die Frage, wo 580 000 Euro geblieben waren, die der damalige Fußballmanager im Juni 2003 aus der Kasse von Bayer genommen und in bar zunächst an den Spielervermittler Volker Graul ausgezahlt habe, für vermeintliche Kaufoptionen des Clubs auf Profis vom Balkan. Diese Erklärungen, für die sich in der Bayer-Buchhaltung keine Belege gefunden hätten, hätten dem Landgericht aber nicht ausgereicht. "Offenbar gibt es da noch ein paar Fragen, die geklärt werden müssen", sagte Günther Feld, der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, dem Nachrichtenmagazin.

Graul habe bei seiner Vernehmung behauptet, dass Calmund und er sich am 17. Juni 2003 mit einem Spielervermittler und zwei Männern aus dem ehemaligen Jugoslawien in einem Restaurant in Hamburg getroffen und einen Teil der 580 000 Euro, nämlich 380 000 Euro, in bar an diese übergeben hätten. Graul sei damals eingeschüchtert und nervös gewesen, habe Calmund den weiteren Angaben zufolge gesagt. Namen habe der ehemalige Bayer-Manager gegenüber den Fahndern nicht nennen wollen, da Graul sich persönlich gefährdet sähe.

Graul selbst wolle von den beiden "Kroaten" nur die Vornamen gekannt haben: "Dino" und "Branko". Auch könne er sich nicht mehr erinnern, welchem der beiden er das Geld übergeben und welcher die Quittung unterschrieben habe. Während der ermittelnde Staatsanwalt sich mit dieser Version zufrieden gegeben habe, verlange das Kölner Gericht weitere Recherchen. Nun müssten die Ermittler nachsitzen und herausfinden, wo die 580 000 Euro aus der Bayer-Kasse gelandet seien. Calmund-Anwalt Stefan Seitz erklärte gegenüber dem Magazin, er sei über den "angeblichen Klärungsbedarf des Landgerichts nicht informiert". (tso/ddp)

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