"Fall Frings" : Fifa will bis zum Nachmittag entscheiden

Die neu aufgetauchten Fernsehbilder im Verfahren gegen Torsten Frings seien der Fifa nicht vom italienischen Verband zugespielt worden. Dies erklärte ein Fifa-Sprecher in Berlin.

Berlin - Die Fifa will im Fall des gegen den deutschen Nationalspieler Torsten Frings eingeleiteten Disziplinarverfahrens am Montagnachmittag eine Entscheidung bekannt geben. Frings droht im Halbfinalspiel gegen Italien am Dienstag eine Sperre, falls die Fifa gegen ihn entscheidet. Gleichzeitig wies Fifa-Sprecher Markus Siegler Vorwürfe zurück, wonach die gegen Frings eingeleitete Untersuchung vom italienischen Verband ausgelöst worden sei. Die Fernsehbilder, die der Fifa angeblich von italienischer Seite zugespielt worden waren, seien auf einem öffentlich-rechtlichen Kanal in Deutschland zu sehen gewesen, sagte Siegler. Sie stammten von der offiziellen Produktionsfirma HBS, die bei jedem Spiel 25 Kameras im Einsatz habe.

Hintergrund der Untersuchung sind die Tumulte im Anschluss an das Elfmeterschießen im Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien am Freitag. Mehrere Spieler und Funktionäre beider Teams waren dabei aneinander geraten; Argentiniens Ersatzspieler Leandro Cufre hatte bereits unmittelbar nach den Vorgängen die rote Karte von Schiedsrichter Lubos Michel erhalten und muss mit einem Verfahren und einer Bestrafung rechnen. Gegen Maxi Rodriguez wird seit Sonntag ebenfalls ermittelt. Frings wird nach neu aufgetauchten Fernsehbildern vorgeworfen, "möglicherweise einem argentinischen Spieler einen Faustschlag verpasst" zu haben, erklärte Siegler.

Frings selbst wies die Vorwürfe am Sonntag zurück. Gegenüber der "Syker Kreiszeitung" sagte der Mittelfeldspieler: "Ich habe nichts Derartiges gemacht. Während der Rangelei war ich in dem Pulk, alle haben wild um sich geschlagen." Vielmehr habe er selber zwei Schläge abbekommen, fuhr Frings fort, "da habe ich zu meinem Schutz die Hände nach vorne gestreckt, mehr war nicht."

Der vermeintlich von Frings attackierte argentinische Nationalspieler Julio Cruz stellte sich unterdessen hinter den Deutschen. "Ich wurde nicht getroffen, oder zumindest habe ich nichts gespürt", sagte Cruz der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport". Er beklagt stattdessen Provokationen von Tim Borowski, der im Elfmeterschießen zu den Argentiniern gegangen sei und ihnen eine Obszönität zugerufen habe. "Daher kamen all die Spannungen", beteuerte Cruz. (tso)

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