"Fall Trochowski" : Bierhoff stärkt Bundestrainer Löw den Rücken

Teammanager Oliver Bierhoff stärkt Fußball-Bundestrainer Joachim Löw im "Fall Piotr Trochowski" demonstrativ den Rücken. Er könne die Schuldzuweisungen gegen Löw überhaupt nicht verstehen.

Hamburg - Es sei Unsinn zu behaupten, die U 21-Junioren hätten den Mittelfeldspieler in der EM-Qualifikation gegen England dringender gebraucht als die A-Nationalmannschaft in der Slowakei, hob Bierhoff in der "Bild am Sonntag" hervor. Zwei Tage vor dem Slowakei-Spiel sei immerhin der Einsatz von Bastian Schweinsteiger noch fraglich gewesen. "Da wäre Piotr eine echte Alternative gewesen. In der Slowakei ging es um die EM-Qualifikation, das war ja kein Testspiel", erinnerte der 38-Jährige.

Bundestrainer Löw hatte den Jungstar vom Hamburger SV für das Testspiel gegen Georgien (2:0) sowie das EM-Qualifikationsspiel in der Slowakei (4:1) in seinen A-Kader berufen. Ohne Trochowski hatte die U 21 die beiden Play-off-Duelle gegen England verloren (0:1 und 0:2) und damit das Ticket für die Europameisterschaft 2007 in den Niederlanden sowie die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2008 verpasst. Daraufhin war die Beförderung des 22-jährigen Regisseurs scharf kritisiert worden.

Bierhoff indes kann die Aufregung nicht verstehen. Nachwuchstrainer Dieter Eilts freue sich darüber, "dass aus seiner U 21 immer mehr Spieler den Weg in die Nationalelf finden", erinnerte der DFB-Teammanager an den Ausbildungsauftrag sämtlicher Juniorenteams für die Löw-Elf. Er könne daher "überhaupt nicht kapieren", dass man dem Bundestrainer die Schuld für die beiden England-Pleiten in die Schuhe schieben wolle.

Beckenbauer: "Nationalelf macht mehr Spaß als Bundesliga"

Ungeachtet dessen freute sich Bierhoff über das Lob von Franz Beckenbauer, wonach die Nationalelf derzeit mehr Spaß mache als die Bundesliga. "So etwas hört man gerne. Weil es zeigt, dass wir auch nach der WM den richtigen Weg gefunden haben." Die versteckte Kritik an der Liga sei aber nicht fair. "Es ist generell schwieriger, einen Bundesliga-Verein von heute auf morgen zu verändern. Das dauert seine Zeit", betonte Bierhoff. Dennoch hätten die Bundesliga-Trainer oft auch nicht den Mut, "entscheidende Dinge zu verändern wie Jürgen Klinsmann oder auch Joachim Löw." (tso/ddp)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben