Fan-Krawalle : DFB-Kontrollausschuss erhebt Anklage

Bei Ausschreitungen im Zweitligaspiel zwischen Essen und Rostock wurden am Montag 14 Menschen verletzt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes wird nun Anklage erheben.

Frankfurt/Main/Rostock - Die Vereine Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock müssen bis Donnerstag zwölf Uhr eine schriftliche Stellungnahme abgeben. "Unser erklärtes Ziel ist es, so schnell wie möglich, und damit in der laufenden Saison, dies zu erledigen", sagte DFB-Pressesprecher Harald Stenger.

"Die Palette der möglichen Strafen reicht von einer Verwarnung bis zu einer Versetzung in die nächsttiefere Spielklasse. Ich glaube, dass diese beiden Möglichkeiten nicht zutreffen werden", ergänzte Stenger in einem Interview im Nachrichtensender N24. Unterdessen berief der FC Hansa für Freitag eine Außerordentliche Aufsichtsratssitzung ein, zu der auch der für den Fußballbereich verantwortliche Vertreter des Innen- und Sportministers des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingeladen wurde.

Beim DFB-Kontrollausschuss ist bereits der schriftliche Bericht von Schiedsrichter Jochen Drees (Mainz) eingetroffen. Zudem werden vom Kontrollausschuss alle relevanten Informationen der Sicherheitsexperten geprüft. Um weitere Hinweise auf die Täter zu erlangen, sollen darüber hinaus Videoaufnahmen ausgewertet werden.

Kein Bagatelldelikt

Bei den Ausschreitungen am Montag waren 14 Menschen verletzt und 75 Personen vorübergehend festgenommen worden, nachdem im Hansa-Fanblock in der 50. Minute ein Feuer gelegt worden war und es anschließend zu Prügeleien zwischen Rostocker Anhängern und dem Ordnungsdienst kam. Erst nach dem Eingreifen von 200 Polizeibeamten konnte das Spiel nach 15-minütiger Unterbrechung fortgesetzt werden. "Dass es sich hierbei um kein Bagatelldelikt handelt, hat jeder gesehen. Wir werden nun alle Erkenntnisse sorgfältig auswerten und danach das Verfahren einleiten", sagte Horst Hilpert, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses.

Bei den Ermittlungen geht es einerseits um die Frage, inwieweit Rot-Weiss Essen seine Sicherheitsverpflichtungen als Platzverein erfüllt hat. Andererseits auch um "die Tatsache, dass Hansa Rostock für die Ausschreitungen seiner Anhänger im Gästeblock haftbar zu machen ist", wie der DFB mitteilte. (tso/dpa)

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