FC Bayern München : David Alaba spielt sich in die Stammelf

Seit dem 7:1 in Hoffenheim hat der 19-jährige Österreicher seinen Kollegen Rafinha aus der bayrischen Defensiv-Kette verdrängt.

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Münchens Franck Ribery (v.r.) und David Alaba nehmen sich nach dem Hinspiel des Champions League Viertelfinales in Marseille in den Arm, während Münchens Philipp Lahm daneben geht. Der junge Österreicher hat sich in den letzten Wochen in die bayrische Stammelf und das Herz von Mannschaftskollegen Ribery gespielt.
Münchens Franck Ribery (v.r.) und David Alaba nehmen sich nach dem Hinspiel des Champions League Viertelfinales in Marseille in...Foto: dapd

Man kennt dieses Bild: David Alaba, bekleidet mit einem schicken Trainingsanzug, wie er auf der Ersatzbank des FC Bayern München sitzt. Am Samstag gegen Nürnberg war es wieder mal soweit, der Österreicher nahm Platz und sah sich das Spiel an. Und doch war etwas anders als sonst: Der 19-Jährige saß nicht auf der Bank als Ersatzspieler, wie früher immer. Er saß auf der Bank als Stammspieler, der geschont wurde für das Rückspiel in der Champions League gegen Olympique Marseille am heutigen Dienstag (20.45 Uhr, live auf Sat1 und bei Sky). Das Hinspiel haben die Münchner 2:0 gewonnen.

Es hat sich im März einiges verändert im Profidasein des Talents: Alaba ist nicht mehr wegzudenken aus der zu Beginn der Rückrunde so wackeligen Viererkette der Bayern. Seit dem 7:1 gegen Hoffenheim besetzt Alaba die Position des linken Verteidigers, Kapitän Philipp Lahm ist dafür von der linken Seite nach rechts ausgewichen. Der Wiener Alaba mag nichts sagen zu seiner neuen Rolle. Dafür reden andere: „So wie es aussieht, wird das nun länger so bleiben“, lobt Lahm den jungen Kollegen. Und Franck Ribéry, der mit dem Österreicher nun auf der linken Seite zusammenarbeitet, ist ohnehin überzeugt von ihm: Der Franzose sieht in ihm eine Art Ziehsohn, auf dem Platz spricht er auffallend viel mit Alaba – und manchmal, bei den wenigen Stellungsfehlern des Talents, auch auffallend streng.

Bayerns Viertelfinalsiege gegen Marseille
Matchwinner für die Bayern: Durch den frühen Doppelpack von Ivica Olic mussten die Bayern im Rückspiel gegen Marseille nicht mehr um den Einzug ins Halbfinale der Champions-League zittern.Weitere Bilder anzeigen
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Dabei war die Idee mit Alaba eher aus der Not geboren: Rafinha war Anfang März an einer Grippe erkrankt. Und dann sei es eher „Zufall“ gewesen, dass man sich für Alaba entschieden habe, verriet Co-Trainer Peter Hermann. Alaba habe sogleich „belebend“ gewirkt, was Rafinha fürs Erste ins Abseits stellt: Der Brasilianer, vor der Saison für sechs Millionen Euro aus Genua zurück in die Bundesliga geholt, ist noch nicht richtig warm geworden in München. Trainer Jupp Heynckes hat den 26-Jährigen mehrfach zu mehr Konzentration und soliderer Defensivarbeit ermahnt. Es ist auch kein Geheimnis, dass der Vorstand nach einem renommierten Außenverteidiger fahndet. Selbst Alaba dürfte nicht allzu traurig sein, wenn die Bayern einen Außenverteidiger verpflichten: Sein Fernziel bleibt seine gelernte Position im zentralen defensiven Mittelfeld.

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