FC Bayern : Schweinsteiger von Zeckenbiss lahmgelegt?

Nach der Niederlage gegen Milan gleich die nächste Hiobsbotschaft für den FC Bayern: Bastian Schweinsteiger wird wegen einer rätselhaften Erkrankung erst einmal nicht spielen können.

München - Beim Champions-League-Aus wurde er schmerzlich vermisst, doch nun könnte Bastian Schweinsteiger dem FC Bayern München auch im Bundesliga-Endspurt auf unbestimmte Zeit fehlen. Dabei geht es nicht nur um das Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen Bayer Leverkusen, sondern die Befürchtungen bei den Bayern gehen noch weit über die Saison hinaus.

Bis zum Milan-Spiel war das Problem "nur" eine Knie-Prellung, die der 22-Jährige am vergangenen Samstag beim 2:1-Sieg in Hannover erlitten hatte. Seit Donnerstag machen aber weitaus schwerwiegendere Gerüchte die Runde. Trainer Ottmar Hitzfeld berichtete etwa von einer Entzündung im Gelenk, nach dessen Ursache fieberhaft gefahndet werde. "Wir haben noch nichts Klares entdeckt im Knie", sagte der 58-Jährige und ließ die weitere Entwicklung im "Fall Schweinsteiger" total offen. "Das kann drei Tage gehen oder zwei oder drei Wochen."

Zusammenhang mit Zeckenbiss?

Spekuliert wird über einen Zusammenhang der Infektion mit einem Zeckenbiss, den Schweinsteiger vor etwa zwei Jahren erlitten hatte. "Das ist eine Vermutung, hat sich aber noch nicht bestätigt", sagte Hitzfeld. Es sei nur eine von vielen Möglichkeiten. Für eine genaue Diagnose ist inzwischen eine Blutprobe ins Labor geschickt worden. "Wir müssen alles abklären, auf alles eingehen", erzählte Hitzfeld.

Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth hielt sich völlig bedeckt. Er könne und dürfe nichts sagen, beschied er nach dem Spiel gegen Mailand die Journalisten. Zur Hemmung der Entzündung erhält Schweinsteiger nach Auskunft von Hitzfeld erst einmal Antibiotika.

Hitzfeld: "Herber Verlust"

Wie sehr ein Schweinsteiger-Ausfall die Bayern trifft, zeigte sich bei der Niederlage gegen Milan. Obwohl der Nationalspieler in dieser Saison seiner WM-Form hinterläuft und zuletzt von Manager Uli Hoeneß erneut scharf kritisiert wurde, fehlten dessen Impulse im Offensivspiel. Der gelernte Verteidiger Christian Lell konnte ihn nicht auf dem linken Flügel ersetzen. In Hannover war es zudem Schweinsteiger gewesen, der den Siegtreffer erzielt hatte. Hitzfeld sah ihn nicht nur deshalb in ansteigender Form und bezeichnete den Ausfall darum auch als "herben Verlust".

Schweinsteiger ist nicht der einzige Akteur, der den Bayern in dieser kritischen Saison-Phase fehlt. Auch Willy Sagnol (Knie) und der alternde "Joker" Mehmet Scholl (Faserriss) sind verletzt. Dazu plagt sich Martin Demichelis mit einer Zerrung herum. "Wenn bei uns zwei, drei, vier Spieler fehlen, wird es schwierig", kommentierte Mittelfeldspieler Mark van Bommel. (tso/dpa)

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