Sport : FC Hansa Rostock: Der Bundesligist entlässt Andreas Zachhuber

Michael Rosentritt

Ein toller Titel. Denn darf er behalten. Nicht aber sein Job. Nach drei Niederlagen mit 0:9-Toren wurde der 38-jährige Trainer des Tabellenletzten der Fußballbundesliga gestern mit sofortiger Wirkung beurlaubt. "Die sportliche Bilanz und die Art und Weise der Niederlagen haben uns zu diesem Schritt gezwungen", sagte Vorstandschef Eckhardt Rehberg, "wir alle hoffen, dass wir mit einer neuen Lösung im sportlichen Bereich wieder erfolgreicher sein können."

Am gestrigen frühen Nachmittag hatten der Vorstand des Vereins und Zachhuber zusammen gesessen. "Erst in dieser Sitzung ist diese Entscheidung gefallen", sagte Axel Schulz, der Pressesprecher des Vereins. Zachhuber selbst zeigte sich nach der Entscheidung enttäuscht. "Ich habe die Mannschaft zwei Mal aus der Talsohle herausgeführt und hätte mir das auch ein drittes Mal zugetraut", sagte der einstige Stürmer des FC Hansa. Auslöser für die Beurlaubung war die schwache Leistung der Rostocker beim 0:4 am Mittwochabend in Frankfurt. "Da haben gerade die Spieler, die immer wieder ihr Vertrauen und Einsatzchancen verlangten, versagt", hatte Zachhuber gesagt.

Zachhuber wird auch als der Mann in die Geschichte eingehen, der den Klub sowohl in der Saison 1998/99 als auch in der vergangenen Saison vor dem Abstieg rettete. Jeweils am letzten Spieltag der jeweiligen Spielzeit, und jeweils im Westen der Republik (Bochum, Gelsenkirchen) gelangen der Mannschaft unter seiner Leitung Auswärtssiege, die gegen den Abstieg benötigt wurden. Vor eineinhalb Jahren, am 6. März 1999, hatte der frühere DDR-Juniorenauswahlspieler das Amt des Cheftrainers von Ewald Lienen übernommen. Unter Lienen, aber auch schon unter dessen Vorgänger Frank Pagelsdorf, arbeitete Zachhuber als Assistenztrainer.

Nachfolger von Zachhuber, dessen Vertrag noch bis zum Saisonende läuft, wird übergangsweise dessen Assistent Juri Schlünz. Der frühere Kapitän Hansa wird die Mannschaft auf das Heimspiel am Sonntag gegen Freiburg vorbereiten. Ein neuer Cheftrainer ist noch nicht in Sicht. "Wir werden schnellstmöglich nach einer Lösung suchen, von der wir alle überzeugt sind", sagte Rehberg. Hoch gehandelt werden Friedhelm Funkel und Jogi Löw als Nachfolger.

Rehberg wand sich mit seiner Kritik aber auch ans kickende Personal: "Ich haben ihnen gesagt, dass es für den Auftritt in Frankfurt keine Entschuldigung gibt. Sie allein sind dafür verantwortlich, dass der Bundesliga-Fußball in Rostock erhalten bleibt. Ich hoffe, sie haben diese Worte ernst genommen", sagte Rehberg.

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