FCK-Trainer Kosta Runjaic : Billig ist manchmal besser

Kosta Runjaic will am Mittwoch im Pokal-Spiel gegen Hertha BSC zeigen, dass er der richtige Trainer für den 1. FC Kaiserslautern ist.

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Gute Laune vor dem Pokalspiel gegen Hertha: Kaiserslauterns Trainer Kosta Runjaic.
Gute Laune vor dem Pokalspiel gegen Hertha: Kaiserslauterns Trainer Kosta Runjaic.Foto: dpa

Bei einer Trainerentlassung tauchten zwangsläufig einige Fragen auf, die in die Zukunft weisen. Etwa: Wer ist nun der Beste für uns, der uns helfen kann? Und: Wen können wir uns leisten? Das war sicher auch beim 1. FC Kaiserslautern so, als der sich vor gut einem Monat von Franco Foda trennte und einen Trainer suchte, der Stabilität ins Spiel bringen kann, damit das Ziel Aufstieg nicht schon nach sieben Spieltagen außer Reichweite gerät. Bei einigen in der Pfalz tauchte der Name Bruno Labbadia auf. Der allerdings war – abgesehen von allem anderen – sicher zu teuer und gerade erst in Stuttgart freigestellt worden.

Bald tauchte einer auf, der eine Weile auf dem Markt war und weniger kosten würde: Kosta Runjaic, 42 Jahre alt. Er hat sich in Darmstadt und Duisburg den Ruf erworben, dass er Spieler und Spiel entwickeln kann, trotz beschränkter Mittel. Dass sie in Kaiserslautern nun mit ihrer Lösung zufrieden sind und keiner von einer Billiglösung spricht, liegt mit an der ersten Prüfung, die der Neue mit guten Noten überstanden hat. Gemeint ist das 0:0 beim 1. FC Köln, einem der größeren Klubs in der Zweiten Liga, der dem FCK weit voraus schien und es wohl auch ist. Trotzdem kam ein Unentschieden heraus, mit leichten Vorteilen für die Pfälzer. Runjaic feierte einen gelungenen Einstand.

Auf der Rückreise aus Köln hatte auch Kaiserslauterns Klubchef Stefan Kuntz das Gefühl, einen guten Griff getan zu haben. Die Reset-Taste wolle man drücken, hatte Kuntz nach dem siebten Spieltag und der Entlassung von Foda nach drei Niederlagen hintereinander gesagt. Es entstand das Gefühl, das jeder Verein in Krisenzeiten braucht: dass man zusammenrückt und neue Hoffnung entsteht. Runjaic ließ sich sogar als FCKler verkaufen, weil der Hesse mit jugoslawischen Wurzeln von 2004 bis 2006 Assistent der Lauterer Amateure war.

Der erste Auftritt der Mannschaft, die vorher nicht gerade als optimal zusammengestellt galt, machte jedenfalls Mut und kam vor dem heutigen Pokalspiel gegen Hertha BSC genau richtig. Jedenfalls stieg die Zahl der Optimisten, die auf eine Überraschung hoffen, stark an. Dazu kommen die vielen optimistischen Ausblicke, die Runjaic vor gut einer Woche bei der Vorstellung nach seiner Vertragsunterzeichnung bis 2015 in die Runde warf. „Kollektiv, Konstanz, Kommunikation“, wolle er. Und er sagte: „Mit den Mitteln, die wir hier haben, ist es angebracht, an den Aufstieg zu denken.“ Das tat den Lauterern gut. Sie sehen sich nicht als Klub, der ins Mittelfeld der Zweiten Liga gehört. Genau dort aber steht der FCK trotz des guten Auftakts des neuen Trainers immer noch.

In Köln setzte Runjaic den vier Monate lang verletzten Spanier Marc Torrejon ein. Das hat ihm zusätzlich Anerkennung eingebracht. Die Sache ging gut. Nun ist das Spiel gegen Hertha seine nächste Prüfung und gleichzeitig die Gelegenheit,ein wenig Erstligaatmosphäre zu genießen, obwohl es sich um ein Pokalspiel handelt. In Kaiserslautern jedenfalls fühlen sie sich wieder auf dem richtigen Weg.

Vorerst aber warnt Kosta Runjaic vor zu großen Erwartungen. Der Mann gilt als Entwickler mit Basisnähe, weil er nie selbst ein großer Spieler war. Mit moderner Trainingsmethodik und spielerischen Lösungen arbeitete sich Runjaic aus der A-Klasse in Rüsselsheim bis in die Zweite Liga hoch. „Die Leute sollen wieder Spaß haben, wenn sie im Stadion sind“, sagt er vor dem Spiel gegen Hertha.

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