Fecht-WM : Florettdamen scheitern vorzeitig

Medaillen-Pause in St. Petersburg: Zum Abschluss der Einzel-Wettbewerbe bei den Fecht-Weltmeisterschaften sind nach den deutschen Degenherren auch die Florettdamen ohne Edelmetall geblieben.

Marc Zeilhofer[dpa]

St. PetersburgAnja Schache unterlag heute als letzte der vier Tauberbischofsheimerinnen im Achtelfinale der viermaligen Olympiasiegerin Valentina Vezzali (Italien) deutlich mit 6:15 Treffern. Bereits im WM-Finale von Leipzig 2005 hatte die 30-Jährige unter ihrem Mädchennamen Müller den Kürzeren gegen Dauer-Weltmeisterin Vezzali gezogen - damals aber nur um einen Treffer. "Eine Vezzali erlaubt keine Fehler. Ich bin nicht ganz unzufrieden, weil ich eigentlich in guter Form bin", sagte Schache, die sich in ihrem Auftaktgefecht gegen die argentinische Außenseiterin Alejandra Carbone zu einen 15:14 gezittert hatte: "Das war gruselig."

Von einem Magen-Darm-Virus geschwächt unterlag Carolin Golubytskyi als eine der Geheimfavoritinnen der Ungarin Virginie Ujlaki 8:15. "Das hat sie körperlich an ihre Grenzen gebracht", meinte Florett-Bundestrainer Ingo Weißenborn. Der Weltmeister von 1991 urteilte über Schaches Vorstellung: "Für ihre Tagesform hat sie das Optimum herausgeholt." Katja Wächter und Sandra Bingenheimer scheiterten bereits in der Runde der letzten 64. Wächter unterlag Ujlaki 8:15, Bingenheimer verlor gegen Sun Chao (China) 6:15. Damit blieb die Fechterhochburg Tauberbischofsheim wie schon bei der WM 2006 ohne Einzelmedaille.

Bilanz besser als erwartet

Trotzdem bleibt die Zwischenbilanz des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) positiv. Mit zwei Gold- und zwei Bronzemedaillen schlugen sich die Akteure besser als erwartet und sorgten für das beste Einzelergebnis seit 1990. Florett-Weltmeister Peter Joppich (Koblenz) kann sein Olympia-Ticket ebenso buchen wie der WM-Dritte Benjamin Kleibrink (Bonn). Britta Heidemann (Leverkusen) ist als Degen-Weltmeisterin die Olympia-Teilnahme praktisch nicht mehr zu nehmen, der Säbel-Dritte Nicolas Limbach (Dormagen) hat allerbeste Chancen auf Peking.

In den sechs noch ausstehenden Mannschaftsentscheidungen von geht es von morgen an für die DFeB-Equipe neben weiteren erhofften Medaillen vor allem um wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation. "Da fängt die WM noch einmal bei Null an", sagte DFeB-Sportdirektor Claus Janka. Die schlechteste Ausgangsposition haben die Säbeldamen, die bereits jetzt kaum noch Chancen haben. Ebenfalls am Samstag treten die Florettherren an. Wegen der Rotation der olympischen Teamwettbewerbe dürfen die Topfavoriten um Joppich und Co in Peking aber nur im Einzel starten.

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