Fecht-WM : Heidemann holt Gold mit dem Degen

Degenfechterin Britta Heidemann hat ein Feuerwerk auf der Planche gezündet: Mit dem Weltmeistertitel feiert die Leverkusenerin überraschend den größten Erfolg ihrer Karriere.

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Britta Heidemann nach ihrem Triumph -Foto: AFP

St. Petersburg Heidemann bescherte damit den deutschen Fechtern bereits die dritte Medaille in St. Petersburg. Nach einem klaren 15:9 im Halbfinale gegen die vorjährige WM-Zweite Irima Emrich (Estland) folgte ein 14:10 gegen die chinesische Weltranglisten-Dritte Li Na. "Ich habe es mir verdient", sagte Heidemann. Zuvor hatte sich die EM-Dritte zwei Mal in der Verlängerung des "Sudden Death" durchgesetzt. Nach Gold und Bronze durch Peter Joppich (Koblenz) und Benjamin Kleibrink (Bonn) im Florett traf nun Heidemann ins Schwarze.

Minuten vor ihrem Halbfinal-Einzug hatte ein Brand in der Lichtanlage der Halle zu einer Unterbrechung der Wettkämpfe geführt. "Ich habe befürchtet, dass mich das Feuer raus bringt", sagte die WM-Dritte von 2002. Nach fünf Jahren ohne WM-Einzelmedaille war Bundestrainer Manfred Kaspar erleichtert: "Wir waren wieder einmal dran". Mit dem WM-Titel unternahm Heidemann zudem einen Riesenschritt zur Qualifikation für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. "Ich bin diejenige, die am wenigsten auf die Rangliste schaut. Mich würde das völlig rausbringen", meinte die Sinologie-Studentin, die in China Star-Status genießt und dort schon zu Gast in mehreren TV-Shows war.

Europameisterin Bokel scheitert früh

In der Runde der letzen 32 schied hingegen Claudia Bokel aus Tauberbischofsheim aus. Die Weltmeisterin von 2001 unterlag der Russin Ana Siwkowa 3:4 in der Verlängerung des "Sudden Death". "Ich wollte hier aufs Treppchen. Es ärgert mich, dass ich mein Ziel nicht erreicht habe", sagte die Europameisterin des vergangenen Jahres.

Bereits in der ersten Runde war für Imke Duplitzer Endstation. Die Bonnerin hatte Pech mit der Auslosung und unterlag der Ungarin Ildiko Mincza-Nebald mit 12:15. Duplitzer war nach dem Tod ihres Vaters erst mit mehreren Monaten Verspätung in die Wettkampfsaison eingestiegen. "Ihr fehlt so etwas wie Matchpraxis", meinte Kaspar. Die Routiniers Duplitzer und Bokel verloren im Kampf um die Olympia-Qualifikation nicht allzu viel Boden, da auch die internationale Konkurrenz reihenweise patzte. "Wir werden bis zum letzten Weltcup im März in Griechenland hinter den sieben Hügeln bis zur letzten Minute zittern", sagte Bundestrainer Kaspar. Nur zwei Deutsche Degendamen hätten ein olympisches Startrecht. Monika Sozanska war bereits in der Vorrunde am Sonntag gescheitert.

Säbel-Juniorenweltmeister Benedikt Beisheim überstand ebenso wie der ehemalige Deutsche Willy Kothny (Thailand) die Vorrunde nicht. Dagegen erreichten Dennis Bauer und Björn Hübner die Direktausscheidung der besten 64 und treffen dort an diesem Dienstag aufeinander. Nicolas Limbach aus Dormagen war wegen seiner guten Weltranglisten-Position bereits qualifiziert. (mit dpa)

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