Sport : Fest ohne Feier

Der 1. FC Union unterliegt vor ausverkauften Rängen dem Aufstiegskandidaten St.Pauli verdient mit 0:2

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Die Entscheidung. Markus Thorandt von St. Pauli überwindet Unions Torhüter Jan Glinker zum 2:0. Foto: dpa
Die Entscheidung. Markus Thorandt von St. Pauli überwindet Unions Torhüter Jan Glinker zum 2:0. Foto: dpaFoto: dpa

Berlin - Pünktlich zu Spielbeginn legte sich die Dunkelheit über das Stadion An der Alten Försterei und brachte das Flutlicht so richtig zur Geltung. Das trübe, klamme Herbstwetter hatte den Rasen angefeuchtet und ließ ihn im Abendnebel glänzen. Dazu waren 18 432 Zuschauer gekommen, um sich das Spiel zwischen dem 1. FC Union und dem FC St. Pauli anzuschauen. Die äußeren Bedingungen stimmten also und auch auf dem Feld erfüllten die Spieler die hohen Erwartungen der Fans, die auf nicht weniger als ein Fußballfest vor ausverkauften Rängen hofften. Nur das Ergebnis dürfte den Berliner Fans missfallen haben, denn am Ende unterlag der 1. FC Union dem FC St. Pauli in einem temporeichen Spiel verdient 0:2 (0:1).

Union begann offensiv, bereits in der Anfangsminute hätte John Jairo Mosquera per Kopf die Führung erzielen können. Die Berliner hatten zuletzt gegen Paderborn, Bochum, Ingolstadt, Aachen und Karlsruhe fünf Heimsiege in Folge gefeiert, doch dass St. Pauli eine andere Qualität besitzt, zeigten die Hamburger sofort. Zuerst lief Fin Bartels mit dem Ball am Fuß durch die gesamte Berliner Abwehr hindurch, dann musste Unions Torhüter Jan Glinker einen Schuss von Patrick Funk parieren.

St. Pauli attackierte sehr früh und versuchte, Unions Verteidiger am Spielaufbau zu hindern. Umso überraschender waren die wenigen Fehlpässe auf Seiten des 1. FC Union in der ersten Halbzeit. Die Gastgeber brauchten nicht lange, um sich auf St. Paulis Pressing einzustellen und so entwickelte sich ein schnelles und gutklassiges Zweitligaspiel. Das Geschehen wogte zuerst hin- und her. Nach einer halben Stunde musste Glinker vor Deniz Naki klären, im direkten Gegenzug sprintete Christopher Quiring über das gesamte Feld, doch seine Eingabe fand in der Mitte keinen Abnehmer. Kurze Zeit später wurde John Jairo Mosquera auf die Reise geschickt, in höchstem Tempo versuchte er, St. Paulis Markus Thorandt zu umkurven und wurde dabei von dem Verteidiger elfmeterreif zu Fall gebracht. Doch Schiedsrichter Tobias Stieler pfiff nicht.

Mosquera verletzte sich bei der Aktion und musste durch Halil Savran ersetzt werden. Ohne Mosquera ging Union die Durchschlagskraft verloren und St. Pauli übernahm das Geschehen. „Wir haben kein Mittel gefunden und konnten uns nicht entscheidend durchsetzen“, sagte Unions Trainer Uwe Neuhaus. In eine Druckphase zu Beginn der zweiten Halbzeit fiel der Führungstreffer der Gäste durch Deniz Naki. Union brauchte einige Zeit, um sich davon zu erholen, kämpfte sich aber kurzzeitig zurück ins Spiel. Christian Stuff wuchtete den Ball nach einer Ecke aus zwei Metern an den Pfosten. „Ich weiß nicht, ob ein 1:1 da verdient gewesen wäre“, sagte Neuhaus. St. Pauli blieb jedoch die dominierende Mannschaft. Erst scheiterten Naki und Bartels knapp, dann traf Thorandt nach einer Ecke per Abstauber zum 2:0 für die Gäste. Neuhaus versuchte sein Team noch einmal von draußen nach vorne zu treiben, aber es nützte nichts. St. Pauli war an diesem Abend zu gut.

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