FLANKE aus England : Afrikanische Spiele

Markus Hesselmann über einen Exodus aus der Premier League

Markus Hesselmann

Die Bundesliga ruht, Sportfans müssen gucken, wo sie bleiben. Erst die Vierschanzentournee, dann die Rallye Dakar und schließlich, alle zwei Jahre, der Afrika-Cup – das ist das traditionelle Ersatzprogramm. Gesprungen wurde in diesen Jahr allerdings nur auf drei Schanzen und ohne großes Privatfernsehspektakel. Und die Rallye Dakar fiel ganz aus. Zum Glück ist Afrika-Cup. Da gibt es was zum Gucken. Vom 20. Januar bis zum 10. Februar spielen 16 afrikanische Länder in der Endrunde in Ghana ihren kontinentalen Meister aus. Es lohnt sich hinzuschauen, denn es werden einige der besten Fußballer der Welt dabei sein.

Genau das aber macht englischen Fans, Trainern und Klubfunktionären nur wenig Spaß. Sie würden ihre Stars lieber auf der Insel spielen sehen als am Golf von Guinea. Denn die Premier League ruht nicht. In England gibt es keine Winterpause. Rund vierzig Nationalspieler müssen die englischen Vereine in den nächsten Wochen abstellen. Mit dem FC Arsenal, Manchester United und dem FC Liverpool kommen dabei drei der vier Klubs mit Meisterschafts- und Champions-League-Ambitionen glimpflich davon. Hart trifft es dagegen den FC Chelsea. Der Tabellendritte muss mit Didier Drogba, Salomon Kalou (beide Elfenbeinküste), John Obi Mikel (Nigeria) und Michael Essien (Ghana) auf vier wichtige Spieler verzichten.

Weiter unten in der Tabelle leidet unter dem Afrika-Cup vor allem Newcastle United. Bei der Aufholjagd des ambitionierten, aber mit Platz elf hinter seinen Zielen zurückliegenden Teams fehlen Trainer Sam Allardyce ebenfalls vier Spieler: Obafemi Martins (Nigeria), Abdoulaye Faye, Habib Beye (Senegal) und Geremi (Kamerun). Allardyce klagt ohnehin schon über eine Überlastung seiner Spieler durch das harte Weihnachts- und Neujahrsprogramm. Und macht sich folgerichtig für einen Traditionsbruch stark: eine Winterpause auf der Insel.

An dieser Stelle schreiben unsere Korrespondenten dienstags über Fußball in England, Spanien und Italien.

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