Sport : Football’s coming home

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Als der Kapitän anläuft, hält sein Land die Luft an. Es erzittert das Königreich am Kanal, das sich in seinem Stolz immer wieder so verletzt fühlte, nicht nur, als es um die Rettung Europas ging und der Rest des Kontinents das Land hinter den eigenen Horizont schob, nein, die Leute dieses Landes verletzten sich auch gerne selbst, vor allem in ihrem Stolz auf die lange Fußballtradition und die große Fankultur, jenen Schatz also, der von den eigenen Spielern regelmäßig geplündert worden war in den großen Momenten des Sports, immer dann, wenn man sich selbst beraubte durch diese blöden Stolpereien über den Punkt, obwohl der nur aus Kreide ist, aber am Ende ließen Elfmeterschießen Land und Leute bleich zurück, dabei hatten sie hier den Fußball erfunden und glauben es immer neu zu tun. Nun aber, in diesem Finale, mit diesem letzten Schuss, in dem das Sportjahr 2012 kulminieren wird, gibt es die Chance, alles umzukehren, endlich wieder groß zu sein, die Großen aus Großbritannien. Da läuft er schon an, der Kapitän, die Insel erstarrt in Stille, jeder Schritt verdichtet sich zum Schicksal, erst recht als der Ball fliegt, er fliegt ...am Torwart vorbei, ....an allen Vorurteilen vorbei, ...und am Tor. Nicht. Drin, tatsächlich! England gewinnt ein finales Elfmeterschießen.

Die Olympischen Spiele in London geben England im Fußball seinen Stolz zurück. Die erste Gratulation kommt von der Queen; die zweite von Joachim Löw, dem Europameister.

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