FORMEL 1 : Alles auf Grün: Vettel lässt sich feiern

In Graz konnte sich Sebastian Vettel endgültig als neuer und alter Weltmeister der Formel 1 präsentieren. Nach seinem dritten WM-Titel in Folge drehte der Heppenheimer am Samstag vor Zehntausenden Schaulustigen mit seinem dröhnenden Red Bull bei leichtem Nieselregen ein paar Showrunden in der Innenstadt. Danach winkte er müde, aber glücklich in die Menge und schrieb geduldig Autogramme. Am Tag zuvor hatte der Automobil-Weltverband Fia Vettel offiziell zum Weltmeister 2012 erklärt. Fernando Alonso und Ferrari hatten auch nach dem turbulenten Saisonfinale in Sao Paulo noch versucht, dem Red-Bull-Piloten den Titel abzujagen: Vettel soll Jean-Eric Vergne regelwidrig überholt haben. Auf der rechten Streckenseite hatten gelbe Lichter geblinkt, die Überholverbot bedeuten. Als Vettel nach dem Rennen mit dem umstrittenen Manöver konfrontiert wurde, hatte er selbst nicht sofort eine Erklärung parat. „Weil doch ziemlich viel passiert ist in dem Rennen“, sagte er. Nachdem der 25-Jährige eine Nacht darüber geschlafen hatte, griff er am nächsten Morgen zum Telefon und versicherte seinem Teamchef Christian Horner: „Da war links ein Streckenposten, der die Grüne Flagge geschwenkt hat. 100 Prozent. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer.“ Ein Video belegt Vettels Aussage. Und die Grüne Flagge, die freie Fahrt signalisiert, ist im Zweifel maßgeblich, stellte die Fia fest.

Das geschlagene Ferrari-Team versuchte unterdessen, sein Aufbegehren noch einmal zu rechtfertigen. „Wir hatten keine Absicht, den Verdienst des Titelgewinners zu schmälern“, sagte Teamchef Stefano Domenicali. Sie hätten die Fia einfach um eine Klarstellung bitten müssen, meinte der Italiener. Nun ist alles klar: Vettel darf sich feiern lassen.

Am kommenden Freitag wird der Deutsche in Istanbul die WM-Trophäe in Empfang nehmen. Tsp/dpa

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