Formel 1 : Alonso siegt vor Schumacher

Renault-Pilot Fernando Alonso hat mit einem Start-Ziel-Sieg beim Großen Preis von Spanien seinen Vorsprung in der Formel 1-WM ausgebaut.

Barcelona - Mit seinem ersten Sieg in der Heimat hat Fernando Alonso die Aufholjagd von Michael Schumacher gebremst und sich endlich zum "König von Spanien" gekrönt. Vor der Rekordkulisse von 131.120 Zuschauern revanchierte sich der Renault-Pilot am Sonntag in Barcelona für die jüngsten zwei Niederlagen gegen den Formel-1-Rekordweltmeister - gemeinsam mit Spaniens Monarch Juan Carlos und den begeisterten Fans feierte Titelverteidiger Alonso im sechsten Saisonrennen den ersehnten Triumph. Bei seinem Start-Ziel-Sieg auf dem Circuit de Catalunya fuhr der Spanier stolze 18,5 Sekunden Vorsprung auf den diesmal chancenlosen Schumacher heraus. Dritter wurde der Italiener Giancarlo Fisichella im zweiten Renault vor Schumachers brasilianischem Teamkollegen Felipe Massa.

Mit wieder 15 Punkten Vorsprung auf Schumacher läuft das Unternehmen Titelverteidigung für den dreimaligen Saisonsieger Alonso weiterhin planmäßig. Nach dem 50. Großen Preis von Spanien führt der 24-Jährige die WM-Wertung mit 54 Zählern vor Schumacher (39) und dem finnischen MacLaren-Mercedes-Piloten Kimi Räikkönen (27) souverän an.

Für Nick Heidfeld (Mönchengladbach) im BMW-Sauber war nach 66 Runden und 305,256 Kilometern mit dem achten Platz immerhin noch ein WM-Punkt drin. Williams-Jungstar Nico Rosberg (Wiesbaden) wurde Elfter. Für Ralf Schumacher war das Rennen schon in der 34. Rennen gelaufen, als er seinen Toyota mit Elektronikproblemen abstellen musste. Die Chance auf WM-Punkte hatte der Kerpener aber schon viel früher verspielt, als er das Auto seinen Teamkollegen Jarno Trulli touchierte: Beide mussten an die Box.

Das Startduell ging klar an Renault, Ferrari hatte absolut keine Chance: Pole-Mann Alonso und Fisichella verteidigten die erste Reihe, Michael Schumacher nahm als Dritter die Verfolgung auf. Am meisten machte Silberpfeil-Pilot Räikkönen, der in Kürze wohl seinen Wechsel zu Ferrari verkünden wird, gut: Der Finne mogelte sich vom neunten auf den fünften Platz, während Ralf Schumacher auf der langen Startgeraden von sechs auf acht durchgereicht wurde.

Die Taktik der blau-gelben Renault war klar - und sie ging auf: Weltmeister Alonso musste möglichst viel Land gewinnen, um vorn zu bleiben. Fisichella war der "Bremsklotz" zwischen Alsonso und Schumacher, um den Abstand zwischen den beiden von Runde zu Runde immer größer werden zu lassen. Kurios: Im Vorjahr hatte "Fisico" noch die schnellste Rennrunde auf dem Circuit de Catalunya hingezaubert. Diesmal trat er das Gaspedal wohl nicht voll durch: Nach 15 Umläufen lagen schon zwölf Sekunden zwischen Alonso, der eine schnellste Runde nach der anderen fuhr, und Michael Schumacher.

Schumacher hatte auf das Fair Play von Fisichella gehofft. "Wenn ich am Start gleich an ihm vorbeifahre, dann ist es kein Problem. Aber wenn ich dahinter hänge und er macht ein bisschen langsamer als er vielleicht könnte, dann kann es Probleme geben", sagte der 37- Jährige. Doch das Problem Fisichella war bereits nach 23 der 66 Runden gelöst. Schumacher war sechs Runden länger als die Renault draußen geblieben, und nach seinem ersten Tankstopp scherte der Ferrari-Star kurz vor dem Italiener wieder auf die Piste ein.

Nun hatte der sechsmalige König von Barcelona nur noch den "Prinzen von Asturien" vor sich: Nach der Hälfte des Rennens hatte Spitzenreiter Alonso schon ein Polster von 10,5 Sekunden und baute seinen Vorsprung immer weiter aus. Als er in der 41. Runde zum zweiten Mal an die Box kam, stand es in der inoffiziellen "Tankstopp- WM" zwischen Renault und Ferrari 2:2. Bei Schumachers Triumphen in Imola und am Nürburgring hatte Ferrari-Superhirn Ross Brawn durch eine ausgeklügelte Strategie die Renaults noch in der Boxengasse geschlagen. Als Schumacher nach dem zweiten Service (46. Runde) wieder auf die Strecke fuhr, reihte er sich hinter Alonso ein und wird wohl gewusst haben: Das war's. Bei nun schon zwölf Sekunden Vorsprung hatte Alonso die alten Verhältnisse wieder hergestellt. (Von Volker Gundrum, dpa)

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