Formel 1 : Der Frust des Lewis Hamilton

Nico Rosberg setzt ihm gewaltig zu. Dazu immer wieder Probleme mit seinem Dienstwagen. Lewis Hamilton lebt vieles öffentlich aus. Auch seinen Frust.

Das macht keinen Spaß. Hamilton (rechts) in Japan neben Sieger Rosberg.
Das macht keinen Spaß. Hamilton (rechts) in Japan neben Sieger Rosberg.Foto: Imago/Crash

Lewis Hamilton will wieder die alleinige Hauptrolle in seiner Formel-1-Soap übernehmen. Und wo könnte er das besser als in Amerika. „Es ist fast so, als ob die amerikanischen Fans mich als einen der ihren adoptiert hätten“, sagte Hamilton vor dem Großen Preis der USA an diesem Wochenende in Austin - dort, wo er vor einem Jahr Titel Nummer drei perfekt machte.
Der vierte soll es in dieser Saison werden. Nur vier Piloten - Michael Schumacher/7, Juan-Manuel Fangio/5, Alain Prost und Sebastian Vettel/jeweils 4 - gelang das in der über 65-jährigen Geschichte der Formel 1.
Nico Rosberg droht Hamilton dies aber zu verbauen. Selbst wenn der Titelverteidiger in Austin, eine Woche später in Mexiko-Stadt sowie danach in Sao Paulo und das Finale in Abu Dhabi gewinnt - die Weltmeister-Garantie ist verloren gegangen.

Und auch an Kredit hat er einiges verspielt in den zurückliegenden Wochen. Die Souveränität, die ihn in den vorangegangenen Jahren ausgezeichnet hatte und bis zur Unerschütterlichkeit angewachsen war, ist vorerst weg. Kritik an seinem Verhalten während der Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Japan, als er via Snapchat Videos postete, quittierte Hamilton zwei Tage später mit einer Art Auskunftsboykott vor den schreibenden Medienvertretern.

Hamilton lebte auch schon Liebeskummer öffentlich aus

Hamilton nimmt sich das einfach raus. So wie er nach dem Malaysia-Rennen und erneuten Motorenproblemen öffentlich deutliche Kritik an seinem Arbeitgeber äußerte. Hamilton lebte auch schon Liebeskummer öffentlich aus und ließ vor Jahren Botschaften auf seinen Helm schreiben. 
Vor allem in seiner britischen Heimat wird sein derzeitiges launiges Verhalten mit Argwohn beobachtet. Immerhin ist er der erfolgreichste Formel-1-Pilot, den das Königreich jemals hervorbrachte (Jackie Stewart hat bei ebenfalls drei Titeln weniger Grand-Prix-Siege/27) und ist einer der derzeit erfolgreichsten Sportler Großbritanniens überhaupt. En passant merkte der „Guardian“ kürzlich in dem Zusammenhang an, dass Hamilton im Pantheon nationalen Kulturgutes eines Landes sei, in dem er nicht mal lebe. 
Offizieller Wohnsitz ist Monaco, wie bei Rosberg. Ansonsten scheint Hamilton vor allem in seinem weinroten Privatjet und auf der ganzen Welt zuhause zu sein. Seine fast 3,9 Millionen Fans jeweils bei Facebook und Twitter lässt er an seinen Trips reichlich teilhaben.
Fotos auch mal mit nacktem, durchtrainiertem und tätowiertem Oberkörper dürfen da nicht fehlen. Bei ihm gehört die Show dazu, entsprechend viel Spaß bereitete ihm sichtlich der Auftritt vor dem Amerika-Spektakel bei US-Star-Talkerin Ellen de Generes, die bei Facebook gleich vom gut aussehenden, smarten und schnellen Hamilton schwärmte. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben