Formel 1 : Schumacher bleibt im Amt

Die von einigen Kollegen geforderte Abwahl Michael Schumachers von der Spitze der Fahrergewerkschaft hat keine Mehrheit gefunden. Schumacher will nun eine "Aufholjagd" starten.

Silverstone - Vollgas statt Straßensperre und Friede mit den Formel-1-Kollegen: In der Monaco-Affäre ist Rekordweltmeister Michael Schumacher ohne weiteren Image-Schaden davongekommen und will in Silverstone die große Aufholjagd starten. «Wir sind hier, um zu gewinnen», kündigte der Ferrari-Star vor dem Großen Preis von Großbritannien am Sonntag (13.00 Uhr/RTL und Premiere) an. Der 37-Jährige liegt in der Fahrerwertung bereits 21 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Fernando Alonso aus Spanien im Renault. Im zweiten Training am Freitag belegten der neue und der alte Weltmeister nur durch zwei Zehntelsekunden getrennt die Plätze sieben und acht. «Generell gibt es keinen Grund, warum wir nicht schnell sein sollen», sagte Schumacher.

Beim Treffen der Grand Prix Driver Association (GPDA), bei dem Alonso, Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) und Schumachers Hauptkritiker Mark Webber (Australien) fehlten, verantwortete sich Schumacher noch einmal für sein umstrittenes Parkmanöver in der Qualifikation von Monte Carlo. Seine von einigen Kollegen geforderte Abwahl als GPDA-Direktor fand nicht statt. «Jungs, lasst uns wieder Rennen fahren und das Ganze vergessen», sagte Schumacher nach der 26-minütigen Sitzung und zog einen Schlussstrich unter die Affäre: «Letzten Endes muss man sagen: Das war vor zwei Wochen - und jetzt gucken wir, was die Zukunft bringt.»

Der elfte der 18 Grand Prix über könnte zu einem spannenden Duell mit Alonso werden. In 1:22,825 Minuten lag Schumacher als Achter nur knapp hinter dem siebtplatzierten Rivalen (1:22,603), befand sich aber zwei Mal neben der Strecke. «Die Bedingungen waren schwierig», sagte er. Schnellster auf dem 5,141 Kilometer langen Kurs war BMW-Testfahrer Robert Kubica (Polen). Stammfahrer Nick Heidfeld war als 20. der schwächste deutsche Pilot, aber immer noch besser als der WM-Vierte Kimi Räikkönen (Finnland/21.) im McLaren-Mercedes. Nico Rosberg im Williams kam auf Rang 19; Ralf Schumacher im Toyota auf Platz elf. Im ersten Training erzielten nur 14 Piloten eine Zeit, Schumacher kam auf Rang fünf.

13 Tage nach seiner umstrittenen Aktion ging Schumacher beim GPDA-Treffen vor seinen Kritikern nicht auf Knie, um sie um Verzeihung zu bitten. «Das ist lächerlich», sagte Schumacher, der sich bereits zwei Mal öffentlich für seinen Fahrfehler entschuldigt hatte. «Ich habe schon in Monaco gesagt, dass es mir Leid tut, wenn jemand glaubt, dass ich die Rundenzeiten der anderen Fahrer absichtlich kaputt gemacht habe. So ist es nicht gewesen. Mehr als entschuldigen kann ich mich nicht. Wir alle machen irgendwann einmal einen Fehler.»

Trotz der heftigen Kritik an seiner Person ist der Rekordweltmeister mit sich im Reinen. Auch deshalb lässt sich der 37 Jahre alte Ferrari-Star nicht beeinflussen auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, ob er seine einmalige Formel-1-Karriere beenden oder fortsetzen soll. «Ich würde sehr kurzfristig denken, wenn ich es mit dem Weiterfahren oder Aufhören so sehen würde. Wer mich kennt, der weiß, dass ich nicht kurzfristig denke und das nicht an der einen Situation festmachen werde.» (tso/dpa)

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