Sport : Formel 1: Tifosi zweifeln an Schumacher

Das "Denkmal" Michael Schumacher bröckelt, der Ruf als bester Rennfahrer der Gegenwart steht auf dem Spiel. Nach der Lektion von Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen in Spa zweifeln die Tifosi erstmals an den fahrerischen Fähigkeiten des Kerpeners. "Schumi - ein Mythos ist in Gefahr!", schreibt die italienische Zeitung Tuttosport. Und La Repubblica: "Schumacher ist nicht mehr unantastbar." Für Ferrari wird das "Heimspiel" in Monza am 10. September zum Schicksalsrennen, das möglicherweise über den WM-Titel entscheidet. Vor dem 14. von 17 WM-Läufen liegt Schumacher sechs Punkte hinter Häkkinen zurück auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung (68:74). Vergessen scheinen offenbar die fünf Saisonsiege und auch die insgesamt 21 Triumphe, die Schumacher zum erfolgreichsten Ferrari-Piloten aller Zeiten machen.

"Das Zepter gerät in Häkkinens Hände", titelte die römische Tageszeitung La Repubblica am Dienstag. "In drei Jahren hat sich Häkkinen verändert. Er ist wendiger, hartnäckiger und schlauer geworden. Schumacher hat Schwierigkeiten, das lastet auf allen Piloten, die zur Nummer eins gekrönt worden sind", schreibt das Blatt weiter. Eine ähnliche Ansicht vertritt der dreimalige Weltmeister Niki Lauda: "Michael bleibt ein Phänomen, aber Häkkinen ist auf seinem Niveau. Wenn er, wie ich glaube, den dritten Titel hintereinander gewinnt, wird er auch einen Platz in der Geschichte der Formel 1 erobern", wird Lauda von La Repubblica zitiert. "Schumacher ist wütend. Nun läuft er Gefahr, den Thron des besten Piloten an Häkkinen zu verlieren", urteilt die Sportzeitung Corriere dello Sport. "Auf dem Spiel steht nicht nur der WM-Titel, sondern auch seine Rolle als charismatischer Pilot, größter und bestbezahlter Ritter der Formel 1, Erbe von Ayrton Senna", so Corriere dello Sport weiter. "Michael ist nicht mehr der alte. Er geht keine Risiken mehr ein, er ist fast nachgiebig geworden. Häkkinen hat dagegen keine Angst, er vertraut seinem Auto und lernt aus seinen Fehlern", sagte Ex-Pilot Clay Regazzoni der Zeitung Tuttosport. Corriere della Sera will bemerkt haben, dass "Schumi auch in der Popularität überholt" worden ist. In dieser schwierigen Situation versucht Ferrari-Teamchef Jean Todt, der Mannschaft Mut zu machen. "Keine Panik, wir können noch vieles verbessern, wir geben bestimmt nicht auf", erklärte der Franzose, dessen Tage bei einem erneuten Scheitern in Maranello gezählt sein dürften.

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