Sport : Fortan mit gelbem Leibchen

Frank Luck, der 34-jährige Routinier im Team, hat den deutschen Biathleten den ersten Saisonsieg im Olympiawinter beschert und sich zugleich das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters zurückerobert. Sein Oberhofer Vereinskollege Sven Fischer, der zu Saisonbeginn wegen einer Krankheit nicht starten konnte, erfüllte als Zweiter über 20 Kilometer in Osrblie (Slowakei) im zweiten Einzelrennen des Winters die Olympianorm. Fischer lag hauchdünne 0,7 Sekunden hinter seinem Schwager und Zimmer-Kollegen. Allerdings fehlten im WM-Ort von 1997 die besten Norweger und Franzosen.

Neben dem Thüringer Duo lieferten noch Ricco Groß (Ruhpolding) als Zehnter und Jörn Wollschläger (Oberhof) auf dem 20. Platz akzeptable Leistungen ab. "Beide haben sich allerdings zwei Strafminuten im ersten Stehend-Anschlag eingehandelt. Das war heute zu viel", bilanzierte Bundestrainer Frank Ullrich. Restlos zufrieden war er nur mit seinen erfahrensten Sportlern, Luck und Fischer. "Auch wenn alle Norweger und Raphael Poiree dabei gewesen wären, mit diesen Leistungen hätten beide vorn mitgemischt", schätzte Ullrich ein.

Umgerechnet 80 Zentimeter trennten die beiden Oberhofer nach harten 20 Kilometern. "Hätte ich wie der Frank nur eine Strafminute geschossen, müsste ich den paar Zentimetern nicht nachtrauern. Doch wichtiger als der eventuell auch durch den Fast-Sturz in der letzten Runde verpasste Sieg ist die Olympia-Norm", sagte der sichtlich zufriedene Fischer. Luck hingegen freute sich vor allem über seinen persönlichen Formanstieg in der Loipe. "Am vergangenen Wochenende in Pokljuka habe ich mich läuferisch sehr schwer getan. Heute ging es wieder viel besser", sagte der 34-Jährige Frank Luck nach dem neunten Weltcup-Tagessieg, der ihm in seiner erfolgreichen Laufbahn gelang.

"Die Bedingungen am Schießstand waren heute kompliziert, aber beherrschbar", sagte Bundestrainer Ullrich nach dem Rennen. Bei wechselndem böigem Wind kamen nur zwei der insgesamt 113 Starter ohne Fehlschuss über den schweren Kurs. Hart traf es auch Alexander Wolf (Oberhof/31.) mit fünf Strafminuten, den erstmals nach seiner Erkrankung wieder gestarteten Carsten Heymann (Altenberg/48.) mit vier und den Oberhofer Peter Sendel als 63. mit sechs Strafminuten. "Da haben wir noch deutliche Reserven", sagte Bundestrainer Ullrich im Hinblick auf den Wettbewerb im Sprint am kommenden Samstag.

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