• FRAGEN AN DEN SPIELTAG von Stefan Hermanns: FRAGEN AN DEN SPIELTAG von Stefan Hermanns

FRAGEN AN DEN SPIELTAG von Stefan Hermanns : FRAGEN AN DEN SPIELTAG von Stefan Hermanns

Was fehlt? Dankbarkeit, Anstand, Vertrauen, Verlässlichkeit. Und vermutlich einiges mehr, wenn man Mike Hanke fragen würde. Der Stürmer muss sich im Sommer einen neuen Verein suchen, weil Borussia Mönchengladbach in dieser Woche plötzlich und unerwartet das seit September bestehende Angebot für einen neuen Vertrag zurückgezogen hat. Man kann natürlich auch fragen, warum Hanke diesen Vertrag nicht im September, Oktober, November, Dezember, Januar oder Februar unterschrieben hat. Es hat bestimmt nicht daran gelegen, dass er insgeheim auf ein besseres Angebot gehofft hat. Nein, ganz bestimmt nicht. Niemals.

Wer muss noch an seinem Bekanntheitsgrad arbeiten? Niki Zimling, die Winterverpflichtung von Mainz 05. Der Mann ist zwar dänischer Nationalspieler und EM-Teilnehmer. Wenn er aber an seinem neuen Arbeitsplatz ohne Spielerpass unterwegs wäre, würde ihm vermutlich von einem dienstbeflissenen Ordner der Zutritt zum Stadion verwehrt werden. Nachdem Zimling im Pokal gegen Freiburg das 2:0 erzielt hatte, erschien sein Name auf der Anzeigetafel – und dazu ein Foto von Eugen Polanski, der inzwischen in Hoffenheim spielt. Immerhin sind beide blond.

Wo wird es wehmütig? In Hamburg, wo Ludwig Preis zum zweiten und – den DFB-Statuten gemäß – auch letzten Mal die Spielvereinigung Greuther Fürth als Cheftrainer betreuen wird. Bei der Suche nach einem Nachfolger besteht jetzt zumindest insofern Klarheit, als Ralph Hasenhüttl es nicht wird. Aussichtsreichster Kandidat soll Frank Kramer aus Hoffenheim sein. Peter Neururer ist zwar schon ganz wuschig, hat aber wohl wieder keine Chance auf einen neuen Job.

Wer macht sich lächerlich? Bei Fußballfans ist der Ticketverkäufer Viagogo, der das Prinzip Schwarzmarkt ins Internetzeitalter übersetzt hat, so beliebt wie eine Polizei-Hundertschaft in Kampfuniform. Und blöd ist er offenbar auch noch. Viagogo wirbt unter anderem mit dem Slogan „Bökelberg ausverkauft? Nicht bei uns“ für seine Dienste. Ist ja auch schwer, ein Stadion auszuverkaufen, das im Dezember 2005 abgerissen wurde.

Und sonst? Wendet sich das Publikum ob der Dominanz der Bayern gelangweilt von der Bundesliga ab. Ein ausgewiesener Edelfan der Münchner, der nach verlässlichen Informationen seit 1979 keinen Auftritt seines Klubs mehr verpasst hat, hat gerade erst angekündigt, auf den Besuch des nächsten Bayernspiels zu verzichten. Stattdessen will er sich die Basketballer des Klubs anschauen. Bei dem Edelfan handelt es sich um Bayerns Präsident Uli Hoeneß. Eine Sensation? Nicht unbedingt. Die Fußballer spielen am Sonntag bei der TSG Hoffenheim. Und die muss man sich im Moment wirklich nicht antun.

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