Frauenfußball : Rottenberg tritt zurück

Silke Rottenberg hat im Frauenfußball fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nun beendet die Torhüterin ihre Karriere in Nationalelf.

Rottenberg
Silke Rottenberg -Foto: ddp

KasselFußball-Weltmeisterin Silke Rottenberg beendet ihre Karriere in der deutsche Frauen-Nationalmannschaft. Zwei Tage vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen Wales erklärte die 36 Jahre alte Torhüterin ihren Rücktritt aus der DFB-Elf. Das 126. Länderspiel am Donnerstag in Kassel wird für Rottenberg somit zur Abschiedsvorstellung nach 15 Jahren auf internationaler Fußball-Bühne.

„Es war eine supergeile Zeit“, sagte die Keeperin am Dienstag. „Dieser Schritt fällt mir nicht leicht. Der Abschied tut weh.“ Als Grund für ihren Rückzug zehn Wochen vor Olympia nannte die Euskirchenerin zunehmende Verletzungsprobleme. Zudem wollte sie das Duell mit Nadine Angerer um den Platz im Tor in China nicht auf die Spitze treiben. „Nadine hat eine sehr gute WM gespielt. Und sie hat ihre Form gehalten, so dass es keinen Grund gibt, sie aus dem Tor zu nehmen“, gestand Rottenberg, die beim 1. FFC Frankfurt noch ein Jahr spielen will.

„Ich finde es schade, dass Silke aufhört, kann ihre Entscheidung aber verstehen. Was sie erreicht hat, ist außergewöhnlich, ist bombastisch“, sagte Bundestrainerin Silvia Neid. Auch DFB-Präsident Theo Zwanziger würdigte Rottenbergs Verdienste: „Silke Rottenberg ist eine großartige Sportlerin. Alle Titel unserer Frauen-Nationalmannschaft sind eng mit ihrem Namen verbunden.“ Rottenberg, die am 7. April 1993 gegen die USA (2:1) ihr Länderspiel-Debüt gefeiert hatte, gewann im Frauenfußball fast alles, was es zu gewinnen gab. Dreimal (1997, 2001, 2005) wurde sie Europameisterin, je zweimal (2003, 2007) holte sie die WM-Krone und Olympia-Bronze (2000, 2004). 2003 wurde sie zur Welttorhüterin gekürt.

Die Sportsoldatin der Bundeswehr war viele Jahre die Nummer eins im DFB-Tor. Nach einem Kreuzbandriss im Knie Anfang 2007 verlor sie den Stammplatz. Zwar schaffte sie noch vor der WM in China das Comeback, doch eine Wadenblessur warf sie erneut zurück. „Die Erkenntnis wuchs, dass ich nicht mehr an das Leistungsniveau vergangener Jahre anknüpfen kann“, sagte Rottenberg. dpa

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